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Tierschutz

Schwarzer Tag für weiße Bären

Erstellt 18.03.10, 15:25h, aktualisiert 18.03.10, 15:30h

Die Staaten des Washingtoner Artenschutzabkommens haben es in Doha abgelehnt, den Handel mit Eisbärfellen und anderen Jagdtrophäen zu verbieten. Ein Antrag der USA scheiterte vor allem am Widerstand der Europäer.

Eisbären
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Eisbären-Familie im Zoo von Sankt Petersburg. (Bild: afp)
Eisbären
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Eisbären-Familie im Zoo von Sankt Petersburg. (Bild: afp)
DOHA - Die EU-Staaten begründeten ihre Ablehnung damit, dass der Eisbär schon jetzt genug geschützt sei, weil der Handel nur mit Einschränkungen erlaubt ist. Außerdem sei es zwar richtig, dass der Lebensraum der großen Bären schrumpft. "Das Eis schmilzt aber nicht so schnell, als dass dies die Eisbärenpopulation gefährdet", hieß es aus der EU-Delegation.

Die Tierschützer sprachen dagegen von einem "schwarzen Tag für den Eisbären". Daniela Freyer von der Organisation Pro Wildlife sagte: "Wenn von rund 20.000 Eisbären jährlich 1000 gejagt werden, ist das sicherlich nicht nachhaltig." Der Eisbär vermehre sich nur langsam, und die Jagd ziele besonders auf jene Tiere ab, die für die Fortpflanzung wichtig seien. Der EU gehe es jedoch nicht nur um die Jagd. "Man möchte die USA abstrafen, weil sie bei Klimakonferenzen keine Zugeständnisse macht und zu mehr Fortschritten auf dem Gebiet zwingen", meinte Freyer. "Der Eisbär ist das Bauernopfer für die Klimadiskussion geworden."

Der Internationale Tierschutzfonds IFAW erklärte: "Die Vertragsstaaten hatten die Gelegenheit, etwas zu tun, um im kommenden Jahrzehnt mehr als 3000 Eisbären vor dem kommerziellen Handel zu bewahren, doch sie haben ihnen den Rücken zugekehrt. In den nächsten Jahren wird man mit großer Scham an diesen Tag zurückdenken."

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hofft, dass das Konferenzplenum nächste Woche den Antrag noch einmal aufgreift. Die EU sei eindeutig mit verantwortlich für das Abstimmungsergebnis zum Eisbären. "Mit ihren 27 Stimmen ist sie der stärkste Stimmblock auf der Konferenz." Weltweit gibt es je nach Schätzung 20.000 bis 25.000 Eisbären. In den USA ist die Jagd auf den Polarbären (Ursus maritimus) generell verboten. In Grönland und Kanada ist die Eisbärjagd in einigen Regionen erlaubt.

Bei der CITES-Konferenz im Emirat Katar wird in den nächsten Tagen außerdem darüber abgestimmt, ob der Handel mit den schmackhaften Blauflossenthunfischen vorübergehend verboten werden soll, was vor allem die Sushi-Nation Japan verhindern will. (dpa)



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