Erstellt 19.03.10, 11:17h, aktualisiert 12.05.10, 11:44h
Ähnlich verhält es sich mit einem drahtlosen Funknetzwerk, einem WLAN. WLAN steht für Wireless Local Area Network und bedeutet „drahtloses lokales Netzwerk". Über Funk können Nutzer ihre Rechner miteinander vernetzen, ohne sie verkabeln zu müssen. Außerdem kann über einen Zugangspunkt, einen sogenannten Router, eine Verbindung zum Internet hergestellt werden.
Die Frage ist: Haftet der Besitzer, wenn von seinem ungeschützten Netz zum Beispiel illegal Musikdateien aus einer Tauschbörse heruntergeladen werden? Mit diesen Fragen hat sich nun der Bundesgerichtshof (BGH) auseinandergesetzt.
Das Problem: Unverschlüsselte Funknetze eröffnen praktisch jedem Dritten den Zugang zum Internet - ob unberechtigt oder erlaubt. Dieser bleibt anonym, denn registriert wird immer nur die IP-Adresse des oft arglosen Anschlussinhabers. Auf die richtige Sicherung des Netzes kommt es also an.
Verschlüsselung per Software
Die notwendigen Einstellungen für die Verschlüsselung können Anwender mit Hilfe der vom Router-Hersteller mitgelieferten Software erledigen. Oder sie gehen über den Internetbrowser in das Konfigurationsmenü des Routers. Dort werden verschiedene Verschlüsselungsmethoden angeboten: Das ältere WEP gilt als unsicher. „Das ist komplett geknackt", sagt IT-Sicherheitsexperte Erik Tews, der auch für das Center For Advanced Security Research Darmstadt (CASED) tätig ist. WEP kann mit einfachen Mitteln überwunden werden. Sicher sind WPA und vor allem WPA2. "Die genügen für die private Nutzung - in Unternehmen nicht unbedingt."
Passwort anlegen
Beim Einrichten des „Wireless LAN" - WLAN - legt der Nutzer am Router einmalig ein Pre-shared Key (PSK) genanntes Passwort fest. Der PSK dient dazu, für jede neue Sitzung einen Schlüssel zwischen der Basisstation und den Endgeräten, etwa einem Notebook, auszuhandeln. Der WLAN-Besitzer muss den PSK also auch an den jeweiligen Endgeräten eingeben. Aus Bequemlichkeit speichern die meisten Leute den PSK, so Tews. "Das wird man aus den Anwendern nicht herausbekommen." Es bestehe dann jedoch die Gefahr, dass Fremde mit dem Zugriff auf das Notebook auch ins eigentlich geschützte WLAN eindringen können.
Was ist ein sicheres Passwort?
Das Passwort der WPA2-Verschlüsselung sollte möglichst lang sein, so Tews. Und wie bei Passwörtern üblich sollte es möglichst nicht nur aus einem einfachen Begriff plus einer Zahl bestehen, sondern aus einer kryptischen Zeichenfolge. Manche Router sind bereits vom Hersteller mit aktivierter Verschlüsselung versehen worden. Tews empfiehlt allerdings, den voreingestellten Schlüssel umgehend zu ändern. „Den Schlüssel sollte nur ich selbst kennen - das ist bei einer Voreinstellung nicht der Fall."
Gibt es Alternativen?
Neben der Verschlüsselung gibt es weitere Methoden, ein WLAN zu schützen. Dazu zählt beispielsweise die Zugangsbeschränkung mit Hilfe von Mac-Adressen, einer einmaligen, vom Hersteller vergebenen Kennnummer für Netzwerk-fähige Geräte. Man kann etwa die Mac-Adresse seines Notebooks ins Konfigurationsmenü des WLAN-Routers eintragen, so dass nur dieses Gerät Zugang zum Netzwerk erhält. "Diese Filterung ist allerdings nicht sicher", warnt Tews. "Schon ambitionierte Laien können Mac-Adressen fälschen und so ins Netzwerk gelangen."
Netzwerk tarnen
Auch den Namen des eigenen WLAN nicht anzeigen zu lassen, so dass es nicht automatisch gefunden wird, bietet laut Tews allein keinen ausreichenden Schutz. Wer den Netzwerk-Namen zufällig erfährt, tippt ihn einfach auf seinem Rechner ein und kommt so ins fremde WLAN. (tis/dpa)
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