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Missbrauch

Schwere Vorwürfe gegen Zollitsch

Erstellt 19.03.10, 21:17h, aktualisiert 01.04.10, 15:57h

Im Erzbistum Freiburg hat ein Opfer sexuellen Missbrauchs Vorwürfe gegen Erzbischof Robert Zollitsch erhoben. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz habe einen Fall „vertuscht und verdeckt“.

Papst Zollitsch
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Berichtet dem Papst (l.): Robert Zollitsch. (Bild: dpa)
Papst Zollitsch
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Berichtet dem Papst (l.): Robert Zollitsch. (Bild: dpa)
MAINZ/FREIBURG - Ein Opfer sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Freiburg in den 80er und 90er Jahren erhebt schwere Vorwürfe gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Dieser soll als damaliger Personalreferent im Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg den Verdacht auf schweren sexuellen Missbrauch durch einen Pfarrer in der Gemeinde Oberharmersbach im Ortenaukreis "vertuscht und verdeckt" haben, berichtet das ARD-Politikmagazin "Report Mainz" laut Vorabbericht. Die Sendung wird am Montag um 21.45 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

Nach Recherchen des Magazins wurde der Pfarrer Franz B. unter Mitwirkung von Zollitsch 1991 zwar in den Ruhestand versetzt. Die Staatsanwaltschaft sei allerdings erst 1995 tätig geworden, als ein Betroffener Anzeige erstattet habe.

Immer schlimmer geworden

Dem Bericht zufolge missbrauchte der Pfarrer Franz B. im Zeitraum zwischen 1968 und 1991 mindestens 17 Kinder und Jugendliche, vor allem Messdiener. Das Opfer berichte vor der Kamera, der Missbrauch habe mit Berührungen, Umarmungen und Küssen angefangen. Dann sei es immer schlimmer geworden. Er sei zwischen seinem 11. und 17. Lebensjahr missbraucht worden, berichte der heute 38-Jährige weiter: "Das war zum Teil Hardcore-Sex."

Nach Recherchen des Senders schaltete sich das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg im April 1991 ein, als es Hinweise und Gerüchte gegeben habe. Der damalige Personalreferent Zollitsch soll den Pfarrer persönlich mit Vorwürfen konfrontiert haben, die dieser bestritt. Franz B. sei dennoch in den Ruhestand versetzt worden, mit der Auflage, sich jeglichen Kontaktes zu Kindern und Jugendlichen zu enthalten. Über die Vorgänge sei die Gemeinde allerdings erst 1995 informiert worden, nachdem sich der Pfarrer im August 1995 aufgrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen das Leben genommen habe. (ddp)



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