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Dom-Fenster

65.000 Euro für „Das Jüngste Gericht“

Von Claudia Hauser, 20.03.10, 11:44h, aktualisiert 21.03.10, 22:19h

Mit der Einweihung des rekonstruierten Fensters „Das Jüngste Gericht“ ist der so genannte Johannes-Klein-Zyklus wieder komplett. Glasmaler haben 16 Jahre an dem Kunstwerk gearbeitet, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Fenster im Kölner Dom
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Sezne des Fensters von Johannes Klein in der Südturmhalle des Kölner Doms. (Bild: Grönert)
Fenster im Kölner Dom
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Sezne des Fensters von Johannes Klein in der Südturmhalle des Kölner Doms. (Bild: Grönert)
Kölner Dom
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Am Kölner Dom wurde nun das letzte, rekonstruierte Fenster des Johannes-Klein-Zyklus eingweiht.
Kölner Dom
Köln - Es ist ungewohnt hell in der Südturmhalle des Doms, gleich neben dem Haupteingang. Die Blicke der Besucher wandern wie von selbst nach oben zu dem bunten Fenster, das in acht Bildern „Das Jüngste Gericht“ zeigt. In einem Teil des Doms, der erst nach dem Abbruch des unansehnlichen Kassenbaus zur Turmbesteigung wieder zur Geltung kommt. 16 Jahre haben Glasmaler an der Rekonstruktion des Fensters gearbeitet, das im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war - so wie viele andere Fenster des Wiener Künstlers Johannes Klein (1823 bis 1883). Nur zwei waren 1940 ausgebaut worden und überstanden so die Kriegszerstörungen.

„Nach 70 Jahren ist der Bildzyklus der Turmhallenfenster nun erstmals wieder vollständig“, sagt Dompropst Norbert Feldhoff bei der feierlichen Weihe. Auf Grundlage der Farbskizzen und Entwürfe von Johannes Klein ließ der ehemalige Dombaumeister Arnold Wolff 1994 eines der zerstörten Fenster probeweise in der Glaswerkstatt der Dombauhütte nachbilden. Auf Beschluss des Domkapitels wurde zwei Jahre später mit der Rekonstruktion der weiteren Fenster begonnen. Ruth Weiler hat zehn Jahre lang mitgearbeitet. „Damit die Figuren von weitem gut zu erkennen sind, mussten wir ihre Konturen relativ grob zeichnen“, sagt die Glasmalerin. Es erfüllt sie mit Stolz, die Fenster nun an ihrem ursprünglichen Platz zu wissen. „Sie geben dem Dom ein Stück Identität zurück.“

In seinen Entwürfen orientierte sich Klein ganz an der Bildtradition des Mittelalters. In rund 200 Bildern erzählt er die Heilsgeschichte von der Erschaffung Adams bis zum Jüngsten Gericht. „Die Fenster sollten nicht nur als ästhetisch-dekoratives Element wahrgenommen werden“, sagt Ulrike Brinkmann, die Wissenschaftliche Leiterin der Glaswerkstatt. „Sie erzählen eine biblische Geschichte“.

Ohne Spendengelder wäre die Wiederherstellung der Fenster kaum möglich gewesen. Die karnevalsbegeisterten Mitglieder des Vereins „Domsitzung e.V.“ stifteten 65.000 Euro für „Das Jüngste Gericht“. Deshalb endet die Inschrift am Fenster mit den Worten „Kölle Alaaf“ - mit Zustimmung des Dompropstes. Wenn das „Kölle Alaaf“ auch genau unter den Medaillons steht, die das Sterben ohne Gott und die Hölle darstellen, so betont Feldhoff, dass dies nicht zwingend als Verurteilung des Karnevals als gottlos und Weg zur Hölle interpretiert werden müsse. „Zu dieser Ansicht wird niemand im Rheinland kommen, eher schon in Westfalen.“

Die Bilderbroschüre „Biblische Geschichten auf Glas“ über die Fenster von Johannes Klein kostet 6,90 Euro und ist in den Geschäften rund um den Dom erhältlich.



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