Von Stephan Klemm, 20.03.10, 13:07h, aktualisiert 22.03.10, 10:01h
Womé ist ein umstrittener Profi, dessen gelassene Auftritte und vielen Fehlpässe - exemplarisch gegen Mönchengladbach zu sehen - eine provokante Note haben. Bei Maniche ist es ähnlich, sein spätes Ausgleichstor zum 1:1-Endstand gegen Mönchengladbach schönt den Gesamteindruck nicht. Der Portugiese steht für langsames, ideenloses, flapsiges Spiel. Petit wiederum ist ein Sonderfall, kämpferisch stark in seiner ersten Saison, lange Zeit blass im zweiten Kölner Jahr, zuletzt allerdings einigermaßen stabil. Trotzdem ist auch Petit neben Maniche und Womé Teil einer Söldner-Debatte. „Ich hätte mir gewünscht, das Publikum reagiert sensibler auf die Söldner-Neid-Missgunst-Vorwürfe an die Mannschaft“, sagt Meier. Für ihn existiert keine Legionärs-Krankheit beim FC. Wäre es so, würde das gelten, was Meier am vergangenen Donnerstag bereits über sich und seine Transfer-Politik gesagt hat: „Wenn das wirklich alles Einzelkämpfer wären, dann müsste ich rauslaufen und sagen, dass ich meinen Job katastrophal gemacht hätte.“
Zu Spielern der Kategorie Womé, Petit und Maniche hat Präsident Wolfgang Overath nun allerdings eine ganz spezielle Meinung: „Was wir jetzt zwei Jahre gemacht haben, mit erfahrenen Spielern zu versuchen, die Klasse zu halten, das können wir ab dem nächsten Jahr in dieser Größenordnung nicht mehr machen.“ Das sei finanziell nicht mehr möglich, die Zukunft soll jungen Leuten gehören, zur Not solchen aus der Zweiten Liga. Das ist ein Hinweis an Meier, künftig ganz anders zu disponieren, sparsamer, innovativer. Overaths Offensive bedeutet: Junge Spieler sichten und für den Klub zu interessieren, sie so weit zu bekommen, dass sie von sich aus gerne kommen. In Köln jedoch gibt es kein lockendes Spielsystem, keine Taktik-Innovation, keinen Konzept-Fußball. Warum also sollte ein Talent nach Köln kommen?
Am Freitag hat Marco Reus für die Gladbacher Führung gesorgt. In dieser Saison gilt er als große Entdeckung, als richtige Ergänzung für den abgewanderten Marko Marin. Es ist gewiss genau diese Art Spieler, die Overath mit dem Blick in die Zweite Liga verbindet - Reus spielte in der vergangenen Saison bei Rot-Weiß Ahlen. Es heißt, der Spieler sei dem FC angeboten worden, allerdings habe der Klub abgewunken.
40 Punkte sind das Saisonziel - „und das ist auf die ganze Spielzeit angelegt, also immer noch erreichbar“, glaubt Meier. Sieben Spiele vor Saisonschluss sind noch 21 Zähler zu vergeben, würden die Kölner alle holen, hätten sie am Ende 49 - was zeigt, wie schwierig Meiers Vorgabe ist.
Am Ende gibt es womöglich eine ganz einfach Erklärung für die Pfeif-Kritik des Publikums im Spiel gegen Mönchengladbach. Das Kölner Spiel war schwach, und das ist vor eigenem Publikum seit dem Wiederaufstieg eine Konstante. In dieser Saison gab es zwei Heimspiel-Siege für den FC. In der vergangenen Spielzeit vier.
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Hr. Klemm, haben Sie ein Problem mit MM?
22.03.2010 | 10.56 Uhr | LSRider
Bin absolut der gleichen Meinung wie Perikles0815. Kaum einer scheint hier verstanden zu haben, was die Pfiffe gegen Wome und die späteren 'Soldo…
internationale B- Daddeltruppe
22.03.2010 | 09.51 Uhr | bestof
Herr Meier, als Aussenstehender ist leider festzustellen, das Ihre Fake Star Truppe vollkommen uninspiriert, plan-und ratlos über den Platz stolpert…
Nichts verstanden
22.03.2010 | 09.37 Uhr | TT1975
@Herr Klemm: sie haben nichts verstanden. Die Aufregung bzgl dem Pfeifkonzert gilt nicht dem Konzert, sondern dem Ziel. Pfeifkonzerte sind in Köln ja…
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