Erstellt 21.03.10, 10:31h, aktualisiert 21.03.10, 11:13h
BA wollte sich zu den Zahlen nicht äußern, sprach aber stattdessen vom Erfolg ihres Notfall-Plans. An den Flughäfen Gatwick und Heathrow laufe die Abfertigung geordnet ab, am kleinen Londoner City-Airport herrsche gar Normalbetrieb. Das Kabinenpersonal wollte seine Arbeit bis Montag niedergelegen.
Unite erklärte, 80 Prozent der Flugbegleiter beteiligten sich an dem Arbeitskampf. Sie warnte vor stärkeren Beeinträchtigungen in den kommenden Tagen. BA erklärte hingegen, in Gatwick und am City-Airport seien die Crew-Mitglieder wie geplant zum Dienst erschienen, am Flughafen Heathrow allerdings lediglich die Hälfte. BA wollte trotz des Ausstandes mehr als 60 Prozent der Fluggäste befördern - rund 49.000 Menschen pro Tag.
Die Airline hat dafür 1000 Mitarbeiter aus anderen Bereichen umgeschult, Passagiere auf andere Fluglinien umgebucht und externe Flugbegleiter angeheuert. "Es ist die größte Notfall-Aktion, die wir je organisiert haben", teilte das Unternehmen an.
Das Kabinenpersonal stemmt sich gegen Kürzungspläne des Managements: BA will jährlich rund 70 Millionen Euro einsparen. Der Konzern kämpft mit rückläufigen Passagierzahlen, schwankenden Kerosinkosten und wachsender Konkurrenz durch Billigflieger. Die BA-Flugbegleiter planen zudem eine zweite Arbeitsniederlegung über vier Tage ab dem 27. März - kurz vor Beginn des Oster-Reiseverkehrs.
Tiefes Bedauern, schrecklicher Tag
Willie Walsh und Unite-Chef Tony Woodley hatten vergeblich versucht, die seit längerem angekündigten Streiks doch noch abzuwenden. Walsh äußerte in einem über das Internet-Portal YouTube verbreiteten Video sein "tiefes Bedauern" über den Arbeitskampf. Er sprach von einem "schrecklichen" Tag für BA. Auch Woodley zeigte sich enttäuscht über die gescheiterten Verhandlungen. "Unite steht jederzeit für Gespräche mit BA bereit", erklärte er. Mit ihrem Streik protestieren die BA-Flugbegleiter gegen die Streichung von Stellen, das Einfrieren ihrer Gehälter und die schlechtere Bezahlung für neu eingestellte Beschäftigte.
Für den Fall, dass es auch in der kommenden Woche nicht zu einer Einigung in den Verhandlungen kommt, drohte die Gewerkschaft mit einem weiteren, dann viertägigen Streik ab 27. März. Am Donnerstag und Freitag hatten die Arbeitnehmervertreter mehrere Stunden lang mit der BA-Führung verhandelt. Unite hatte zuletzt versprochen, den Streik abzusagen, wenn British Airways ein in der vergangenen Woche zurückgezogenes Angebot erneut auf den Tisch lege. Stattdessen legte BA unter Verweis auf bereits erlittene Verluste ein etwas ungünstigeres Angebot vor.
Premierminister Gordon Brown verurteilte den Streik, der in "niemandes Interesse" sei und "inakzeptable Unannehmlichkeiten" für die Fluggäste bringe. Er rief beide Seiten auf, so schnell wie möglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Beobachter erwarten, dass der Ausstand dem ohnehin angeschlagenen Regierungschef vor der Parlamentswahl im Frühling politisch schweren Schaden zufügen dürfte. Zudem droht in den kommenden Wochen ein Streik der für Signalarbeiten zuständigen Bahnangestellten. (rtr, afp)
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