Von Martin Dowideit, 22.03.10, 11:17h, aktualisiert 22.03.10, 21:41h
Stimmungswechsel
Daher gilt der Start der Kabel Deutschland-Aktie zunächst als Erfolg und Signal für einen Stimmungswechsel. Allerdings ist diese Neuemission nicht von Glanz geprägt. Die Aktie startete nur 50 Cent über dem Ausgabepreis von von 22 Euro. Das Papier gab im Tagesverlauf etwas von dem Gewinn ab, blieb aber oberhalb des Emissionspreises. Allerdings hatte der Finanzinvestor Providence den 38,3-prozentigen Anteil an Kabel Deutschland nur am unteren Ende der erhofften Preisspanne losschlagen können.
Kabel Deutschland erhält nichts von den eingespielten 760 Millionen Euro. Das Geld fließt komplett an Providence. Die auf der Kabelfirma lastenden Schulden will Chef Adrian von Hammerstein aus eigener Kraft abbauen. Daher wird es zumindest in den kommenden zwei Jahren für Anleger keine Dividende geben, weshalb sich Aktionärsschützer teils kritisch gegenüber dem Papier geäußert hatten.
Im Windschatten von Kabel Deutschland wollen in den kommenden Tagen gleich drei weitere Firmen an die Börse. So strebt ein chinesischer Hersteller von Badezimmerarmaturen namens Joyou auf das Frankfurter Parkett. An der Firma ist der deutsche Hersteller Grohe mit zehn Prozent beteiligt. Über den Börsengang will die Firma ein wenig vom Ruf deutscher Marken nach China importieren. Dem Unternehmen sollen mindestens 100 Millionen Euro aus dem Aktienverkauf zufließen, die vor allem in den Ausbau des Geschäfts investiert werden sollen. Die Orderbücher sind für Joyou bis zum Freitag geöffnet. Dann endet auch die Zeichnungsfrist für die Papiere der auf den Transport und Vertrieb von Chemieprodukten spezialisierten Brenntag, Der Logistik-Konzern will über die Ausgabe von 14,95 Millionen Aktien bis zu 588 Millionen Euro einnehmen. Bereits am ersten Tag waren wohl genug Interessenten für die Aktien gefunden.
Zu Zeiten des Aktienbooms rund um den Jahrtausendwechsel waren Börsengänge häufig um ein Vielfaches überzeichnet. Für die Hamburger Modemarke Tom Tailor endet die Zeichnungsfrist bereits am Mittwochmittag. Insgesamt will das Unternehmen bis zu 190 Millionen Euro einsammeln und damit Schulden begleichen.
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