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Sal.Oppenheim

Ermittlungen wegen Untreue eingeleitet

Von Karin Billanitsch, 24.03.10, 12:22h, aktualisiert 11.04.11, 09:05h

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen die frühere Führung der Traditionsbank Sal.Oppenheim wegen des Verdachts auf Untreue eingeleitet. Den Beschuldigten drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren. Auch frühere Bankiers stehen unter Verdacht.

Sal. Oppenheim
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Stammhaus von Sal. Oppenheim in Köln. (Bild: dpa)
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Stammhaus von Sal. Oppenheim in Köln. (Bild: dpa)
Bericht vom 24.3.2010

KÖLN - Die Staatsanwaltschaft Köln hat wegen des Verdachts auf Untreue ein Ermittlungsverfahren gegen die frühere Führung des Bankhauses Sal. Oppenheim eingeleitet. Die Ermittlungen richten sich „gegen ehemalige Führungsverantwortliche der Bank“, bestätigte Oberstaatsanwalt Günther Feld. Es geht nicht um Ermittlungen gegen Sal. Oppenheim oder die Deutsche Bank selbst. Konkrete Namen nannte der Oberstaatsanwalt nicht. „Sal. Oppenheim hat der Staatsanwaltschaft die uneingeschränkte Kooperation im Zuge der Ermittlungen zugesichert, damit die Untersuchungen schnell und umfassend abgeschlossen werden können“, so der Sprecher der Bank.

Vor drei Monaten, kurz vor Weihnachten, hat Matthias Graf von Krockow auf Druck der Bankenaufsicht vorzeitig sein Amt als Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter niedergelegt. Wenig später schieden auch die verbleibenden Geschäftsführer und Miteigentümer Friedrich Carl Janssen, Dieter Pfundt und Christopher Freiherr von Oppenheim aus der Geschäftsleitung aus. Auf diesen engsten ehemaligen Führungskreis der Bank konzentrieren sich Finanzkreisen zufolge zufolge die Ermittlungen. Nach diesen Kreisen könnte vor allem ein Prüfbericht der Bankenaufsicht Bafin Grundlage der Ermittlungen sein. Die Aufsicht hat Oppenheim im vergangenen Jahr durchleuchtet.

Die Prüfer hatten die Kreditvergabe an einige Gesellschafter als „fragwürdig“ kritisiert und den Bankern mit dem Entzug der Lizenz gedroht, die zur Führung einer Bank nötig ist. Die Banker sollen demnach Kredite an sich selbst zu günstigen Konditionen und zum Teil ohne ausreichende Sicherheiten gewährt haben. Es geht nach Medienberichten um eine Summe von insgesamt 680 Millionen Euro. Ehemalige Bankeigentümer hätten mit dem Geld persönlich für ein Millionen-Darlehen gebürgt, das Sal. Oppenheim an die einstige Milliardärin Madeleine Schickedanz, Großaktionärin des inzwischen insolventen Handelskonzerns Arcandor, vergeben habe. Die Arcandor-Pleite hatte letztlich dazu geführt, dass die 221 Jahre alte Privatbank in finanzielle Bedrängnis geriet und für eine Milliarde Euro an die Deutsche Bank ging.

Esch soll wichtige Rolle spielen

Laut eines Berichts der „Süddeutschen Zeitung“ werde auch der Immobilienunternehmer Josef Esch „eine wichtige Rolle spielen.“ Er war der Vermögensverwalter von Schickedanz und hat lange Jahre eng mit Oppenheim zusammengearbeitet. Vermögenden Kunden wurden etwa Investments in geschlossenen Immobilienfonds angeboten, so genannten „Oppenheim-Esch-Fonds.“ Dazu gehören etwa die Kölnarena, die neuen Messehallen sowie bis vor kurzem das Bezirksrathaus Nippes an der Neusser Strasse 450, das an das Fondshaus Hamburg verkauft wurde. Nach dem Bericht müsse auch Esch mit einem Ermittlungsverfahren rechnen. Nicht nur Kunden, sondern auch Ex-Gesellschafter von Oppenheim haben sich an den Fonds beteiligt. So ist Graf von Krockow im Grundbuch als Eigentümer in der Neusser Strasse 450 eingetragen.

Wie lange das Ermittlungsverfahren dauern werde, sagte die Staatsanwaltschaft nicht. Kommt es am Ende zu einer Verurteilung, drohen den Beschuldigten bis zu fünf Jahre Haft oder Geldstrafen. Alt-Gesellschafter prüfen Kreisen zufolge selbst zivilrechtliche Schritte gegen die ehemaligen Geschäftsführer.



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