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Kölner Haie

Das ganze Überleben ist ein Spiel

Von Christian Oeynhauen, 25.03.10, 21:04h

Die Kölner Haie haben im ersten Spiel der Pre-Playoffs einen 6:1-Auswärtssieg beim ERC Ingolstadt eingefahren. Sie kämpfen am Freitagabend in der Lanxess-Arena um den Einzug ins Viertelfinale - und um viel Geld.

Norm Maracle
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Torwart Norm Maracle war der Rückhalt der Haie in Ingolstadt. (Bild: Dahmen)
Norm Maracle
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Torwart Norm Maracle war der Rückhalt der Haie in Ingolstadt. (Bild: Dahmen)
INGOLSTADT - Wie manch andere Dinge in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hat auch das Pre-Playoff ein Imageproblem. Pre heißt vor und klingt wie: Das Echte kommt erst noch. Man fürchtet, deswegen blieben auch die Zuschauer weg. Die Liga und die Teilnehmer legen also großen Wert darauf, dass man nicht mehr „Pre-Playoff“ sagt und das Ganze schon gar nicht als Hoffnungslauf, Hintertürchen, Post-Hauptrunde oder sonstwas diskriminiert. Politisch korrekt soll man „erste Runde“ sagen, und das Ganze als Chance und nicht als Strafe begreifen. Den Kölner Haien ist das am Mittwoch beim 6:1 in Ingolstadt gut gelungen, ihrem Gegner nicht. „Wir hatten die Hosen voll“, klagte Ingolstadts Trainer Greg Thomson. Die Kölner Rhetorik fiel playoff-typisch aus: „Das war der erste Schritt, aber am Freitag geht es wieder bei 0:0 los“, sagte KEC-Coach Bill Stewart. „Das einzige, was sich geändert hat, ist, dass wir 1:0 führen“, philosophierte Mittelstürmer Jason Jaspers, der eines von zwei Kölner Unterzahltoren erzielt hatte.

Ein Ruck sei nach der Hauptrunde durch die Kölner Mannschaft gegangen, berichtete Kapitän Mirko Lüdemann, „vielleicht hat es mit den Playoffs zu tun“. Die Kölner verteidigten gut gegen die gefürchtete Ingolstädter Angriffswucht, auch Stewarts Torwartwechsel zahlte sich aus. Norm Maracle (35) schaffte im vierten Einsatz als Starter seinen ersten Sieg.

Damit bietet sich dem KEC heute Abend (19.30 Uhr, Lanxess-Arena) die große Chance, die Serie mit dem zweiten Sieg zu beenden und sich für das Viertelfinale gegen Meister Eisbären Berlin zu qualifizieren. Es wird im Modus best-of-five gespielt. Große Chancen gibt den Kölnern da keiner, aber wenn es gelänge, dem Meister eine Partie abzunehmen, dann hätten die Haie noch ein weiteres Heimspiel.

So weit in die Zukunft zu schauen gilt allerdings als schwerer Verstoß gegen die Playoff-Gesetze, und Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin ist ein gesetzestreuer Mann: „Wir sind noch nicht da. Wir müssen in kleinen Schritten weitergehen. Wir leben von Tag zu Tag.“

Das gilt sowohl sportlich als auch wirtschaftlich. Noch immer könnte es heute das letzte Heimspiel der Saison sein, vielleicht sogar das letzte für immer. Es ist ein Überlebensspiel. Die Kölner hoffen auf 10 000 Zuschauer. „Schreit die Haie ins Viertelfinale“, fordert der Klub auf seiner Homepage. In einem Viertelfinale könnte man mit 12 000 Besuchern rechnen, ein viertes Spiel dort könnte Richtung ausverkauft gehen. Insgesamt 40 000 Besucher würden rund 600 000 Euro in die Kasse spülen. „Ich will nicht spekulieren“, sagt Eichin zu solchen Zahlen, „aber natürlich würde unsere Liquiditätslücke kleiner.“

Der große Durchbruch mit Blick auf die Lizenz für 2010 / 11 wäre das noch nicht. Bis zum 30. Mai muss der Klub seine Unterlagen einreichen. „Wir arbeiten an der Fortführungsprognose. Unsere Kostenstruktur muss verändert werden, wir müssen viel konservativer rangehen“, sagt Eichin. Ein paar Grausamkeiten sind unumgänglich. Auf der Geschäftsstelle wird es Entlassungen geben. Die Nachwuchsarbeit wird nur weitergehen, wenn sie den Etat der Profi-GmbH nicht mehr belastet. Und die Kosten für den DEL-Kader sollen sinken, weil der Klub sicher ist, dass man zu viel bezahlt hat, um im Pre-Playoff zu landen. Pardon: In der ersten Runde.



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