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Frieden

Ostermärsche in 70 Städten

Erstellt 05.04.10, 13:57h

Bei Ostermärschen haben wieder Friedensaktivisten in ganz Deutschland gegen Krieg und Gewalt demonstriert. Nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative beteiligten sich mehrere zehntausend Menschen in über 70 Städten.

Ostermarsch
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Ostermarsch in Berlin. (Bild: dpa)
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Ostermarsch in Berlin. (Bild: dpa)
WITTSTOCK - Im Mittelpunkt der Ostermärsche von Karfreitag bis Ostermontag stand unter anderem die Forderung nach einem Ende des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan. Der Tod dreier Bundeswehrsoldaten am Karfreitag sei erneute Mahnung, den Krieg am Hindukusch zu beenden, sagten Sprecher der Friedensbewegung.

Nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative beteiligten sich mehrere zehntausend Menschen in über 70 Städten an den Demonstrationen. Die traditionellen Ostermärsche fanden in diesem Jahr zum 50. Mal in der Bundesrepublik statt. Zum ersten Ostermarsch hatten sich Friedensaktivisten 1960 in Hamburg versammelt.

Die Verantwortung für den Tod der Bundeswehrsoldaten trage "die zynische und uneinsichtige Politik der Bundesregierung", erklärten die Veranstalter von der Informationsstelle Ostermarsch 2010. Die Osteraktionen mit ihrer eindeutigen pazifistischen Zielsetzung stünden für den Mehrheitswillen der Bevölkerung und damit gegen die Parlamentsmehrheit, die nach wie vor an Auslandseinsätzen der Bundeswehr festhalte. Das militärische Engagement in Afghanistan werde wider jede Vernunft ausgeweitet.

Aufgabe aller militärischen Pläne

Zur traditionellen Kundgebung auf dem brandenburgischen Truppenübungsplatz "Bombodrom" kamen nach Veranstalterangaben rund 1.500 Menschen. Sie forderten eine "Aufgabe aller militärischen Pläne" für das 142 Quadratmeter große Areal in der Kyritz-Ruppiner Heide. Ihre diesjährige Osterwanderung stand unter dem Motto "Von der Heide soll Frieden ausgehen". Auch nach dem Verzicht des Bundesverteidigungsministeriums im Juli auf den Luft-Boden-Schießplatz hat sich die Bundeswehr die weitere Verwendung des Geländes für Heeresübungen offen gehalten.

Die Demonstration fand erstmals in der 18-jährigen Geschichte des Protestes gegen die militärische Weiternutzung des früheren sowjetischen Bombenabwurfplatzes auf dem Gelände selbst statt. Dazu hatte die Bundeswehr ihre Einwilligung gegeben.

Vor dem Luftwaffenstützpunkt in Büchel in der Eifel appellierten rund 150 Teilnehmer an die Politik, alle noch verbliebenen Atomwaffen aus Deutschland abzuziehen. "Die Bundesregierung muss wissen, wie laut der Protest wird, wenn die Atomwaffen nicht bald weg sind", erklärte Marion Küpker von der "Gewaltfreien Aktion Atomwaffen abschaffen" am "Fliegerhorst Büchel". Nach Angaben der Friedensbewegung lagern auf dem größten NATO-Luftwaffenstützpunkt der Bundeswehr in Büchel bei Saarbrücken die letzten Atomwaffen in Deutschland.

Für ein Leben ohne Urananreicherung

Unter dem Motto "Für ein Leben ohne Urananreicherung" demonstrierten in Gronau den Veranstaltern zufolge rund 120 Teilnehmer vor der Urananreicherungsanlage. Die Urananreicherung müsse sowohl in Deutschland, als auch im Iran, Russland und in den USA gestoppt werden, sagte Udo Buchholz vom Vorstand des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

In Berlin forderten am Montag nach Veranstalterangaben rund 1.500 Menschen die Abschaffung von Atomwaffen, ein Verbot von Rüstungsexporten und ein Ende der Auslandseinsätze der Bundeswehr. Aktionen gab es auch in München, Stuttgart, Frankfurt und zahlreichen weiteren Städten.

Beim Ostermarsch Rhein-Ruhr radelten 130 Friedensdemonstranten am Sonntag von Essen nach Bochum. Im Gelsenkirchener Stadtgarten fand am Vormittag am Mahnmal für die Opfer von Krieg und Faschismus eine Kranzniederlegung statt. Am Ostermontag wurde in Bochum-Werne ein Friedensgottesdienst gefeiert. (epd)



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