Von Martin Weber, 13.04.10, 14:29h
Um sich selbst diesen Status zu bewahren und zugleich nicht der eigenen Musealisierung anheim zu fallen, haben Die Sterne im Jahr ihrer Volljährigkeit ihren Sound variiert: Gitarre war früher, heute regiert der Dancefloor, die Texte wurden verknappt. Dass diese neue Mischung ankommt, zeigt sich im ausverkauften Luxor. Das Abfeiern der Jugendlichkeit von einst ist nur ein Thema von vielen, die nostalgische Rolle rückwärts wird integriert ins große Ganze. Als Sänger und Texter Frank Spilker, ein schlaksiger Zweimeter-Mann, sich mit der Eleganz einer modernen Schrankwand durch „Depressionen aus der Hölle“ tanzt, ist die alte Idee der Disco als Sehnsuchts- und Zufluchtsort, als Raum, in dem Geschlecht, Alter, Hautfarbe und nicht zuletzt sozialer Status vollkommen schnurz sind, noch einmal ganz frisch.
„Wohin zur Hölle/ mit den Depressionen/ Ich geh in die Disco/ Ich will da wohnen“, singt Spilker in dem Stück von der aktuellen Schallplatte „24/7“, er rückt damit die dunkle Seite der Discokugel ins Glitzerlicht und möchte, dass der Wille zur Ekstase auch in Krisen jedweder Art ungebrochen ist. Über große Psychosen und kleine Dramen singen Die Sterne anno 2010, sie hinterfragen die Verortung des Individuums in einer globalisierten Welt, und wenn sie ein paar ihrer älteren Lieder spielen – „Universal Tellerwäscher“, „Was hat dich bloß so ruiniert?“, „Big in Berlin“ – erweist sich das begeisterte Publikum als absolut textsicher. Und freut sich sichtlich darüber, dass sich bei den Sternen Groove und Geist schon immer beherzt einhakten.
Bei „Deine Pläne“, wie „Life in Quiz“ und „Wie ein Schwein“ ebenfalls vom aktuellen Album „24/7“, zeigt sich, dass der reduzierte Text in den Sound so stilsicher eingewebt ist wie das Goldband in die Ado-Gardine, Frank Spilker schiebt seinen langen Körper – die Gitarre hat er abgeschnallt, den Mikrofonständer längst lässig umkurvt – weiterhin mit der schon beschriebenen Eleganz über die Bühne, vielleicht hat er’s auch ein bisschen im Rücken. Die Sterne sind älter geworden, aber keinesfalls in die Jahre gekommen; sie strahlen noch genauso wie einst im Mai 1992.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
![]() |
Mahjongg Fortuna » 2337 Spieler |
![]() |
Zuma » 1507 Spieler |
![]() |
Bookworm » 1263 Spieler |
![]() |
Bubble Shooter » 1034 Spieler |
![]() |
Bejeweled 2 » 956 Spieler |