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Werkself vor Spitzenspiel

Gegen Bayern und Geister

Von Christian Oeynhausen, 09.04.10, 08:20h, aktualisiert 09.04.10, 18:50h

Bayer-04-Coach Jupp Heynckes gibt sich vor der mutmaßlich letzten Chance seiner Elf auf den Titel betont gelassen. Vor dem Topspiel gegen München zollt er den Bayern - seinem langjährigen Club - zugleich Respekt.

Jupp Heynckes
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Jupp Heynckes (Bild: dpa)
Jupp Heynckes
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Jupp Heynckes (Bild: dpa)
LEVERKUSEN - Mit ruhiger Hand und leiser Stimme hat Jupp Heynckes seine Mannschaft durch die Trainingswoche geführt. Der Trainer von Bayer 04 Leverkusen ist kein Freund von lautstarkem Aktionismus, jedenfalls nicht mehr. Früher mag das anders gewesen sein, jetzt, mit 64 und elfzwölftel Jahren, kann ihn eine Serie von drei Niederlagen hintereinander nicht mehr aus der Bahn werfen. „Die Zeit verrinnt, deswegen soll man sich nicht grämen, wenn man mal ein Spiel verliert. Oder zwei. Oder drei“, sagt Heynckes.

Bei dreien soll es dann aber genug sein. Unglücklicherweise kommt am Samstag (18.30 Uhr) der FC Bayern in die BayArena, gegen den Leverkusen - wie so viele andere Klubs - zuhause eine ausgesprochen negative Bilanz aufweist. „Ich mache mich nicht verrückt und ich denke, dass ich das auf die Mannschaft übertragen kann. Warum soll es uns nicht gelingen?“ sagt Heynckes vor dem Duell mit dem Rekordmeister, für dessen aktuelles Glück er die Grundlage schuf, in dem er die Bayern in die Champions League führte.

Heynckes' Wertschätzung für die Münchner ist bekannt. „Bayern versteht es, das Leistungsvermögen in der Endphase der Saison optimal abzurufen und, wenn es wichtig ist, auch mental stark zu sein. Sie können das aus ihrer Tradition. Es ist etwas, dass man im Klub über Jahre vermitteln muss. Sie haben Erfahrung auf ganz hohem Niveau. Das unterscheidet uns.“

Wider das "Vizekusen"-Syndrom

Heynckes beharrt darauf, dass Leverkusens aktuelle Niederlagen-Serie nicht im Zusammenhang steht mit den Abstürzen der Vorjahre und dem „Vizekusen“-Syndrom. „Die Geister der Vergangenheit werden herbeigeholt, Szenarien werden herbei geredet“, hat Heynckes der Berichterstattung über sein Team entnommen. Aber: „Dass wir sehr oft gut gespielt habe, ist kein Zufall.“

Die Bayern reisten aus Manchester direkt ins Rheinland und trainierten nach der Ankunft in Düsseldorf am Abend unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Köln. Bei Heynckes war Zuschauen erlaubt. Leverkusen hat an seinen Standard-Situationen gefeilt und gestern die Defensiv-Arbeit der beiden Viererketten geschult. Nur im Kollektiv, so glaubt Heynckes, lasse sich verhindern, dass Robben und Ribéry die Leverkusener Abwehr zerlegen. Gonzalo Castro wird rechts anstelle des gesperrten Daniel Schwaab gegen Ribéry verteidigen, Michal Kadlec links gegen Robben, falls der Niederländer aufläuft. Bei Leverkusen fehlen weiter Simon Rolfes und Renato Augusto, wie schon über große Teile der ganzen Saison. Heynckes appellierte noch einmal an den Klub, die Mannschaft im Sommer gründlich zu verstärken. „Bayer hat die große Chance, eine Kader zu konzipieren, mit dem man wieder unter den ersten fünf landen kann.

Am Rande des Spitzenspiels wird zwischen den beiden Klubs noch über Toni Kroos (20) gesprochen. „Verhandeln“ wäre ein zu großes Wort, denn es besteht kein Zweifel daran, dass die Münchner ihren ausgeliehenen Jungstar im Sommer zurück holen. Kroos inneres Sträuben gegen die Rückkehr ist bekannt, ebenso aber die konsequente Haltung der Bayern. Für die wäre ja der reinste Horror, wenn ihnen ihr eigener Spieler die Meisterschaft verderben würde. Heynckes findet den Gedanken amüsant und droht dem Gegner freundlich: „Toni ist gut drauf, er hat sehr gut trainiert und er wird ein gutes Spiel machen. Er wird den Bayern positiv in Erinnerung bleiben.“



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