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Kein Fluglärm

Himmlische Ruhe dank Vulkan-Asche

Erstellt 16.04.10, 19:07h, aktualisiert 17.04.10, 00:02h

Jürgen Pees bekennt freimütig, dass er erstmals seit langer Zeit mal wieder ruhig geschlafen hat. Der Fluglärm des Köln-Bonner Airports macht ihm wie tausenden anderen Kreisbewohnern das Leben schwer. Doch am Freitag war Ruhe.

Jürgen Pees
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Jürgen Pees hat jetzt endlich mal Ruhe. (Bild: ksta)
Jürgen Pees
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Jürgen Pees hat jetzt endlich mal Ruhe. (Bild: ksta)
SIEGBURG - Des einen Leid, des anderen Freud': Während viele Reisende am Freitag am Köln-Bonner Flughafen festsaßen, bekannte Jürgen Pees freimütig: „Ich wünsche niemanden Unglück. Aber ich habe endlich mal wieder ruhig geschlafen!“ Sogar das Schlafzimmerfenster habe er in der vergangenen Nacht offen gelassen, berichtet der 63-Jährige hocherfreut. Für Jürgen Pees ist das eine echte Besonderheit, denn als Bewohner des Siegburger Stadtteils Kaldauen ist er unruhige Nächte gewöhnt: Der Fluglärm, den der Köln-Bonner Airport verursacht, macht ihm wie tausenden anderen Kreisbewohnern das Leben schwer.

Thema des Tages

Doch nach dem Ausbruch eines Vulkans auf Island stand gestern auch das größte Reisedrehkreuz im Rheinland still. Die Deutsche Flugsicherung sperrte den Luftraum über Köln / Bonn von Freitag, 5 Uhr früh, vorläufig bis zum nächsten Morgen, 8 Uhr. 175 Flugzeuge mussten am Boden bleiben; es gab weder Starts noch Landungen - nur himmlische Ruhe für viele lärmgeplagte Anwohner im Rhein-Sieg-Kreis.

In einem Kaldauener Supermarkt, berichtet Jürgen Pees, sei die plötzliche Geräuschlosigkeit Tagesthema gewesen. „Alle redeten in der Schlange darüber, vom Kunden bis zur Kassiererin.“ Die Ruhe war das Stadtgespräch schlechthin.

Vor allem musste man sie richtig auskosten, fand der Sportlehrer: „Eigentlich wollte ich ja meinen neuen Rasenmäher testen. Aber das habe ich gelassen.“

Nachbarin hat keine richtige Freude

Eine Nachbarin hingegen kann sich an der Stille nicht so recht freuen. „Wegen des gesperrten Flughafens konnte meine Schwester aus Kanada nicht kommen. Wir sehen uns nur alle paar Jahre. Ich habe mir extra eine Woche Urlaub genommen“, sagt sie bekümmert. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt: „Vielleicht kann sie ja morgen starten!“

Auf der Miene von Jürgen Pees macht sich Betroffenheit breit. Eigentlich wollte er den geräuschlosen Tag so richtig genießen. Dabei weiß er durchaus, dass ein flugfreier Tag auch Begehrlichkeiten weckt: „Wenn ein Schuh ständig drückt, spürt man die schlimme Stelle irgendwann nicht mehr. Aber wenn Sie ihn für einen Moment ausziehen können und dann wieder hineinsteigen - dann ist der Schmerz grimmig!“ Er weiß: Die himmlische Ruhe wird bald vorbei sein.

Infos für Flugreisende gibt es über eine Hotline 02203 / 40 43 089 oder im Internet.



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