Erstellt 21.04.10, 19:20h, aktualisiert 21.04.10, 19:21h
Die Entwicklung zeigt deutliche Parallelen: Zwar war in Köln der maßgeblich von Schauspiel-Intendantin Karin Beier angestoßene Protest gegen den Theater-Neubau lauter, auch öffentlichkeitswirksamer inszeniert. Dafür waren die Bonner Visionen einer neuen Konzerthalle, der „Diamant“ von Zaha Hadid oder die „Welle“ des Architekturbüros Herrmann & Valentiny aus Luxemburg, eine Nummer glamouröser als in Köln.
Die Abbruch-Bagger aber wären in beiden Städten angerollt und hätten mit der Bonner Beethovenhalle und dem Kölner Schauspielhaus typische Vertreter der späten 50er und frühen 60er Jahre - architektonisch zwar nicht herausragend, doch qualitätsvoll - plattgemacht. Hier wie dort bröckelte nach anfänglicher Euphorie die Unterstützung durch die Politik langsam ab, hier wie dort formierten sich Bürgerinitiativen gegen die Neubaupläne (eine Entwicklung, die vor allem den um ihre Außenwirkung bedachten Sponsoren des Bonner Prestigebaus wenig gefallen haben dürfte).
Vor allem ging es in beiden Städten ums Geld. Während Köln die Kostenexplosion bereits hinter sich hatte, rechnete Bonn bis zuletzt mit Baukosten von 75 Millionen Euro. Eine Summe, die angesichts der aufwändigen Entwürfe bald wie eine Seifenblase zerplatzt wäre - die Hamburger Elbphilharmonie ist mahnendes Beispiel. Auch die nun fällige Renovierung der Altbauten, Folge jahrzehntelanger Vernachlässigung, wird teuer. Dennoch, Sanierung statt Abriss ist hier wie dort das bessere Zeichen - nicht nur wegen der leeren Kassen.
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