Von Tobias Peter, 23.04.10, 21:19h, aktualisiert 23.04.10, 22:15h
In einer repräsentativen „Omniquest“-Umfrage für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ erreicht Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen eine klare Mehrheit. Zwar bliebe die CDU mit 37,5 Prozent knapp stärkste Partei - doch das ist ein herber Verlust im Vergleich zur Landtagswahl 2005, als Rüttgers knapp 45 Prozent holte. SPD und Grüne erreichen in der Umfrage eine komfortable Mehrheit - zumal die Linke knapp unter der Fünf-Prozent Hürde bleibt.
Dabei ist Rüttgers stolz auf seine Regierungsbilanz. Er rühmt sich gern damit, mehr Geld in die Bildung gesteckt und die Präsenz der Polizei auf den Straßen gestärkt zu haben. Doch die Menschen geben seiner Regierung eher schlechte Noten. Weniger als 15 Prozent beurteilen die Arbeit der Lan desregierung als gut oder sehr gut. Etwa 43 Prozent geben der Regierung eine Drei, mehr als 27 Prozent eine Vier - und mehr als jeder zehnte Wähler würde die schwarz-gelbe Koalition auf einer Zeugniskonferenz glatt durchfallen lassen.
Dazu passt, dass die Wähler bei den von ihnen als am wichtigsten erachteten Themen - Bildung, Arbeitsplätze, soziale Gerechtigkeit - der SPD mehr Kompetenz zuschreiben als der CDU. Wichtig für die Sozialdemokraten ist, dass sie in Fragen der Gerechtigkeit nach Einschätzung der Menschen Rüttgers eindeutig hinter sich lassen: also auf einem Themenfeld, auf dem sich der Ministerpräsident stets zu profilieren versucht hat. Mehr noch: Auch die Linkspartei erzielt hier keine besonders guten Werte. Die SPD gewinnt als Arbeiterpartei an Boden zurück.
Auch mit seinen Bildungskonzepten kann Rüttgers nicht punkten. Seine Kampagne, Rot-Rot-Grün wolle einen Abriss des dreigliedrigen Schulsystems betreiben, verfängt nicht - auch, weil die Wähler hier keine Einstellung haben, die sich in das Muster eines Lagerwahlkampfes pressen lässt. Einerseits meint eine Mehrheit (60,7 Prozent), das System aus Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Gesamtschule solle erhalten bleiben. Andererseits befürworteten 54,6 Prozent, dass alle Kinder bis zur achten Klasse gemeinsam in eine Schule gehen.
Vom Koalitionspartner FDP kann Rüttgers kaum Hilfe erwarten. Die Liberalen kämpfen an der Fünf-Prozent-Hürde ums bloße Überleben. Lange galt Schwarz-Grün für Rüttgers als gute Ersatzoption. Doch wenn es für Rot-Grün reicht, erhält die SPD den Vorzug - da haben die Grünen sich festgelegt.
Auf den letzten Wahlkampf-Metern wird es also einsam um Jürgen Rüttgers. Der muss jetzt alle Kräfte mobilisieren. Wenn ein Marathon-Läufer kurz vor dem Ziel überholt wird, ist es nicht leicht, noch mal Tritt zu fassen.
Landtagswahl: Mehrheit für Rot-Grün in NRW
Jürgen Falter: „Rot-Rot-Grün ist nicht vom Tisch“
NRW-Regierung: Finanzspritze für die Kommunen
NRW-CDU: Am Zukunftskongress gut verdient
Westerwelle: Keine Steuersenkungen mehr in diesem Jahr
Hintergrund: Alles zur NRW-Wahl
Bildergalerie: Laut Umfrage NRW-Mehrheit für Rot-Grün
Bildergalerie: Kurzporträts der NRW-Spitzenkandidaten
Quiz: Autokennzeichen in NRW raten
Ein einziger Grund
26.04.2010 | 20.29 Uhr | Kalter Kaffee
Es gibt einen einzigen Grund, wählen zu gehen und rot-rot-grün zu wählen: schwarz-gelb muss verhindert werden. Nicht, dass rot-grün irgendetwas…
Na ja,...
26.04.2010 | 05.01 Uhr | michaschreibt
...wer sich im Nickname schon "gehaider" nennt...dieser Meinung ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen außer, träumen Sie ruhig weiter...
Omniquest ist genial...
26.04.2010 | 01.07 Uhr | koelsche jung
... denn außer ihnen hat kein Meinungsforschungsinstitut diese Ergbnisse erhalten. Einsam ist es also vor allem um Omniquest und eine angebliche…
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige

Frankfurter Rundschau
Regierungschef Papademos - "Griechenland steht am Ground Zero"Fußball - Hertha Berlin feuert Trainer Skibbe

EXPRESS
Chaos in Berlin - Skibbe gefeuert - Chaoten stürmen Trainingsgelände„Die Krone fühlt sich toll an“ - Gülck im Glück! Isabel aus Horst ist Miss Germany

Spiegel Online
Schuldenkrise: Seehofer fordert Volksabstimmung über Euro-HilfenBorussia Mönchengladbach: "Wir haben Blut geleckt"