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Klimawandel

Über Wolken weiß man wenig

Von Irene Meichsner, 25.04.10, 21:54h

Der Vulkanausbruch auf Island hat ins Bewusstsein gerufen, welche zentrale Rolle die Wolkenbildung auf das Weltklima hat. Forschern ist das längst klar – doch verstehen können sie die unbekannten Wesen am Himmel bisher so gut wie nicht.

Wolke am Flughafen
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Eine Wolke über dem Frankfurter Flughafen. (Bild: dpa)
Wolke am Flughafen
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Eine Wolke über dem Frankfurter Flughafen. (Bild: dpa)
In seiner jüngsten Ausgabe befasst sich das Wissenschaftsmagazin der Max-Planck-Gesellschaft mit einem brandaktuellen Thema, nämlich mit den Wolken, von denen Forscher bislang offenbar so überraschend wenig wissen, wie sich beim Ausbruch des isländischen Vulkans mit dem unaussprechlichen Namen zeigte. Dabei ist so ein Vulkanausbruch sogar noch vergleichsweise überschaubar.

Selbst wenn nach dem „Eyjafjalla“ nun auch die „Katla“, der noch wesentlich größere Nachbarvulkan, ausbrechen würde, wie es in der Geschichte schon öfters der Fall war, hätten wir es doch immer noch mit einem räumlich begrenzten, eindeutig identifizierbaren Wolkenspucker zu tun. Ein kleines Laborexperiment verglichen mit dem monumentalen Thema, mit dem sich die Max-Planck-Forscher befassen. Hier geht es um das globale Klima, und das heißt: um die vielen unterschiedlichen Wolken, die sich über den gesamten Erdball verteilen.

Die Wolke als Schraube

Zweifelsfrei steht dabei nur zweierlei fest. Zum einen, dass Wolken für das Klimageschehen tatsächlich eine zentrale Rolle spielen. Und zum anderen, dass sie sich bislang von Klimamodellen schlechterdings nicht fassen lassen, weil man letztlich nicht einmal weiß, wie die verschiedenen Wolkenformen überhaupt entstehen. „Meines Erachtens sind Wolken die größte Schraube am Klimasystem, aber auch die am wenigsten bekannte“, räumt Stephan Borrmann, Direktor am Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie, unumwunden ein. Schon eine fünfprozentige Änderung der Wolkenbedeckung könnte reichen, um eine Erderwärmung entweder voranzutreiben - oder sie auch zu bremsen und damit in ihr Gegenteil zu verkehren. Alles ist möglich, niemand weiß es. „Klar ist bislang nur“, heißt es in einem der Aufsätze, „dass schon eine kleine Änderung der Bewölkung die Prognosen der Klimamodelle zur Makulatur machen kann.“

So viel Aufrichtigkeit ist anerkennenswert. Aber sie ist auch erschütternd. Denken Sie an „Eyjafjalla“. Und sollte ein Wissenschaftler noch einmal behaupten, er hätte in seinem Computer das Weltklima unter Kontrolle, dann glauben Sie ihm kein Wort.



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