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Kaufkraft

Vier Minuten Arbeit für eine Butter

Von Evelyn Binder, 30.04.10, 21:09h

Gefühlt ist in den vergangenen Jahren alles teurer geworden. Das Institut der deutschen Wirtschaft macht eine andere Rechnung auf. Seit 1960 haben sich die Nettolöhne demnach verelffacht. Nur für den Kabeljau muss man länger arbeiten als damals.

Butter Kaufkraft
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Für ein Päckchen Butter muss man heutzutage vier Minuten arbeiten. (Bild: carufoto)
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Für ein Päckchen Butter muss man heutzutage vier Minuten arbeiten. (Bild: carufoto)
KÖLN - Gefühlt ist für viele Verbraucher in den vergangenen Jahren fast alles teurer geworden. Betrachtet man jedoch die nackten Zahlen, kann man sich heute vom Nettoverdienst deutlich mehr leisten als noch vor 50 Jahren, hat das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln errechnet. „Die Nettoverdienste haben sich seit 1960 verelffacht, die Preise nur vervierfacht“, sagt Christoph Schröder, Kaufkraftexperte des Instituts. „Bekam man 1960 für eine Stunde im Büro oder an der Werkbank umgerechnet 1,27 Euro, sind es aktuell in Westdeutschland 14 Euro.“ Ein Warenkorb, für den man 1950 eine Stunde arbeiten musste, war 1960 bereits in der Hälfte der Zeit erarbeitet - und heute in knapp elf Minuten.

„Besonders deutlich sind die Kaufkraftgewinne dort, wo viele elektrische oder elektronische Bauteile eingesetzt werden“, sagt Schröder. Hintergrund sei der technische Fortschritt, auf die Preise drücke aber auch der verschärfte Wettbewerb im Zuge der Globalisierung. „Auch bei Lebensmitteln hat es auf lange Sicht meist überdurchschnittlich hohe Kaufkraftgewinne gegeben“, sagt Schröder. Deutlich schneller verdient als noch vor 50 Jahren ist heute etwa ein 250-Gramm-Päckchen Markenbutter: Nur vier Minuten muss man heute dafür arbeiten, 1960 waren es 39 Minuten. Am deutlichsten werde der Unterschied beim Kaffee: Mit umgerechnet 15 Euro war Bohnenkaffee 1950 für viele deutsche Verbraucher fast unerschwinglich: 26 Stunden musste man für ein Pfund arbeiten. 1960 waren es mit umgerechnet 4,50 Euro immerhin noch drei Stunden und 33 Minuten - heute sind es mit 4,42 Euro nur noch 19 Minuten. Das einzige Produkt, für das man heute deutlich länger arbeiten muss als vor 50 Jahren sei Kabeljau, dessen Bestände deutlich zurückgegangen sind.

Natürlich seien die Zahlen nur Durchschnittswerte: „Wie groß der Kaufkraftzuwachs für den Einzelnen ausfällt, ist nicht nur eine Frage der individuellen Verdienstentwicklung, sondern hängt natürlich auch von den Konsumvorlieben ab“, sagt Schröder. Wer häufig Dienstleistungen in Anspruch nehmen - etwa häufig zum Frisör gehe - muss dafür heute fast genauso lange arbeiten wie früher.



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