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Archiveinsturz

Kölner schießt „Bild des Jahres“

Von Tim Stinauer, 03.05.10, 19:07h, aktualisiert 03.05.10, 19:09h

Als der freischaffende Fotograf Frank Domahs am 3. März 2009 zur Arbeit radeln will, wird er Zeuge des Archiv-Einsturzes. Und schießt Minuten später ein Foto, das um die Welt geht.

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Heiko Wegener in seiner zerstörten Wohnung (Bild: Frank Domahs)
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Heiko Wegener in seiner zerstörten Wohnung (Bild: Frank Domahs)
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Fotograf Frank Domahs (Bild: Privat)
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Köln - Frank Domahs war auf dem Weg zu einem Auftraggeber, er hatte seine Fotoausrüstung im Gepäck, als er gegen 14 Uhr über die Severinstraße radelte. Vor dem Stadtarchiv bemerkte der Fotograf aufgeregte Bauarbeiter. Die Männer evakuierten die Fahrbahn. Frank Domahs stieg von seinem Fahrrad, er fragte einen Arbeiter, was los sei. „Der Mann sagte, unten in der Baustelle sei die Grube eingesackt“, erinnert sich der 42-Jährige heute, 14 Monate nach dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs.

Sekunden später habe es ein- oder zweimal „geknackt“, Risse zogen sich durch die Fassade, und mit einem lauten Rumpeln krachte das Gebäude in sich zusammen. „Ich bin mit dem Bauarbeiter weg gelaufen“, berichtet Domahs. „Dann habe ich meine Kamera zusammengebaut und bin zurückgegangen.“ Und er schoss das Foto, das um die Welt ging: Das Bild zeigt Heiko Wegener, der in seinem zur Hälfte abgestürzten Wohnzimmer steht und scheinbar seelenruhig mit dem Handy telefoniert. Der junge Mann spricht mit seiner Mutter. Die Nachrichtenagentur dpa (Deutsche Presse-Agentur) hat das Motiv jetzt bei ihrer Wahl zum „Bild des Jahres 2010“ mit dem Sonderpreis der Kategorie „Augenzeuge“ ausgezeichnet. Der Preis ist dotiert mit 500 Euro.

Direkt nachdem er abgedrückt hatte, sei ihm klar gewesen: „Ich habe mein Bild“, erzählt Domahs. Er setzte sich wieder aufs Fahrrad und erledigte seinen ursprünglichen Auftrag. Später verkaufte er das Foto an die dpa. Tageszeitungen in Australien druckten es, ebenso die Online-Ausgaben der New York Times und des Wallstreet Journals, Fernsehsender zeigten es in ihren Nachrichten. Mit Heiko Wegener hatte Frank Domahs bis heute keinen Kontakt. „Ich habe im Nachhinein mal versucht, seine Nummer herauszubekommen, aber das ist mir nie gelungen.“



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