Von Oliver Görtz, 05.05.10, 15:07h
Im Jahr 2008 wurde die Halle 10, die ehemalige Versandhalle einer Gummi-Fabrik, von „Cap Cologne“ eröffnet. Die Künstler, die seit 15 Jahren Ateliers in verschiedenen Gebäuden auf dem Clouth-Gelände betreiben, hatten die 35 Jahre alte Halle in Eigenregie ausgebaut. Nun stehen dort rund 1400 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung, die auch von internationalen Künstlern genutzt werden. Zudem sind dort 15 Ateliers untergebracht. Nun aber soll das Clouth-Gelände neu bebaut werden. Wohnungen sollen ebenso entstehen wie Gewerbebetriebe. Dem Bebauungsplan zufolge ist jene Parzelle, auf der die Halle 10 steht, als reine Wohnfläche ausgewiesen, weshalb das Gebäude abgebrochen werden soll. Die Künstler, so ein Beschluss des Stadtrats vom Juni 2009, sollen auf dem Gelände unterkommen, nicht jedoch in Halle 10. Dies allerdings möchten die Kunstschaffenden nicht hinnehmen. Sie wollen in der Halle bleiben, die sie mit viel Engagement in Stand gesetzt haben.
Offenbar haben die Ratspolitiker ihre Meinung geändert. „Die Frage ist, können wir es uns leisten, solche bestehenden Strukturen niederzureißen“, sagte Ralph Elster (CDU). „Die Halle gehört zu Nippes, da kann man den Bebauungsplan auch mal ändern“, ergänzte Gisela Stahlhofen (Linke). Eine solche Änderung, die festschreibt, dass die Künstler in der Halle bleiben können, wäre eine Grundvoraussetzung. Dies müsse „zügig gehen. Wir müssen uns mit Norbert Walter-Borjans zusammensetzen“, forderte der Vorsitzende des Liegenschaftsausschusses, Jörg Frank (Grüne).
Liegenschaftsdezernent Walter-Borjans hatte sein Kommen zur Podiumsdiskussion kurzfristig abgesagt. Er ist zurzeit im Urlaub. Per E-Mail hatte der Beigeordnete aber klar gemacht, dass er sich „in absoluter Übereinkunft“ mit dem gefassten Ratsbeschluss sehe, der den Abbruch der Halle vorsieht. Eine pikante Äußerung, schließlich hat Walter-Borjans die Schirmherrschaft über den Kulturort Halle 10 übernommen. Einhellig wollen die Politiker nun den Dezernenten zum Umdenken bewegen. Elster: „Ziel muss es sein, dass Walter-Borjans von der Aussage seiner Mail abrückt.“
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