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Kickerliga

Wo Fußball in Köln noch gut aussieht

Von Simon Müller, 06.05.10, 17:14h, aktualisiert 06.05.10, 18:00h

Echter Kneipensport: In der Kölner Kickerliga kämpfen Spieler aus der ganzen Stadt um die Tischfußball-Krone. Mitspielen darf jeder, ob Könner oder Laie. Drehen ist natürlich verboten. Zu Besuch im „Trash Chic“ in Kalk.

Kölner Kickerliga
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Wie die Profis: Faire Gesten in der Kölner Kickerliga. (Bild: Krasniqi)
Kölner Kickerliga
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Wie die Profis: Faire Gesten in der Kölner Kickerliga. (Bild: Krasniqi)
Köln - Es gibt ihn noch, den guten Fußball in Köln. Mit feinen Pässen und wuchtigen Toren statt Mauertaktik und ideenfreien Rumgeschiebe. Zu finden ist dieser Fußball da, wo es nach Zigaretten und Kölsch riecht. Wo Sieger kleine Plastikfiguren streicheln und torlos gebliebene Verlierer unter Tischen durchkriechen müssen. Da, wo Peter spielt. In der Kölner Kickerliga. Im Januar wurde sie gegründet, mit 16 Teams, etwa 200 Spielern und drei Regeln: Mitspielen darf jeder, ob Könner oder Laie. Drehen ist verboten. Tisch umwerfen auch.

Peter wischt sich die Hände an der Jeans ab und umgreift zwei der Eisenstangen, die aus dem Kickertisch vor ihm ragen. Sein Wangen leuchten rot, die Stirn glänzt. Neben ihm steht Anna, filziges Haar, Nasenpiercing. Peter und Anna sind beide Mitte 20 und spielen für die Kalker (B)Allmacht. Sie haben ein Heimspiel hier, im „Trash Chic“, einer leicht versifften Kneipe mit bunten Fenstern und veganem Essen. Die Gegner kommen aus Ehrenfeld, heißen Zerstörer und sind so etwas wie das Bayern München der Kölner Kickerliga: Sehr gut und sehr selbstbewusst. Später werden die Zerstörer ein bisschen nörgeln, über den Kickertisch im „Trash Chic“, über dessen schwere Stangen und flutschige Griffe.

ksta.tv: Kickerliga in Kölner Kneipen

Bisher war es ein einseitiges Duell. Zehn Ergebnisse stehen auf der Kreidetafel an der Wand gekritzelt. Zehn Mal haben die Zerstörer gewonnen. Doch Peter und Anna könnten die Wende einleiten. Vor dem Spiel haben sie mit den Gegnern einen „Mexikaner“ getrunken, ein Gemisch aus Wodka, Tomatensaft und einer Zutat, die Anna nicht verraten will. Jetzt führen Anna und Peter mit 4:3 Toren. Es geht bis Fünf. Die etwa 30 jungen Männer und Frauen, die um den Tisch herumstehen, starren auf den Tisch und schweigen. Gerade noch war es laut gewesen. Der Ball war verschwunden. Auf allen Vieren hat Peter nach ihm gesucht, mit einer Taschenlampe. „Zeitspiel!“, hat jemand gerufen. „Sei ruhig!“, jemand anders. Die Kugel lag unter einem Sofa in der Ecke.

Vorsichtig dreht Peter die Eisenstange in seiner rechten Hand. Die drei daran fest geschraubten Kickerfiguren bilden die Sturmreihe. Der Ball klemmt zwischen Angreifer und Spielfeld. Peter lässt die Figur nach rechts zucken. Einmal, zweimal. Rumms. Mit einem Ruck hat Peter den Arm hochzogen und so den Ball in Richtung Tor katapultiert. Der Ball schlägt auf dem Holz ein und wird vom Tisch verschluckt. Treffer. Gewonnen. Anna schreit, umschlingt Peter mit den Armen und wuchtet den grinsenden Helden ein paar Zentimeter in die Luft. Sie schöpfen Hoffnung hier im „Trash Chic“. Aber nur kurz. Am Ende sind die Zerstörer doch zu gut. Sie gewinnen mit 14:6 Spielen. Peter ist trotzdem zufrieden. „Hat Bock gemacht.“



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