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Naujocks wird nicht entlassen

Erstellt 14.04.10, 10:02h

Nahezu die gesamte Bonner Stadtspitze wurde neu organisiert: Die städtischen Beauftragten für das WCCB sind nicht mehr mit dem Projekt befasst. Friedhelm Naujoks wird zwar seiner Position entbunden, bearbeitet aber weiterhin Projekte für die Stadt.

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Das WCCB von Innen. (Bild: dpa)
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Das WCCB von Innen. (Bild: dpa)
Bonn - Das große Stühlerücken, die Neuorganisation der Stadtspitze, ausgelöst durch WCCB-Skandal und Wahlen, ist in vollem Gange: Mit Jürgen Nimptsch regiert ein neuer Oberbürgermeister Bonn, die städtischen Beauftragen für das World Conference Center (WCCB), Eva-Maria Zwiebler und Arno Hübner, sind mit dem Projekt nicht mehr befasst, Stadtdirektor Volker Kregel zieht es nach Hamburg, und nun stand die Zukunft von Friedhelm Naujoks, Herr über 700 städtische Immobilien, auf der Rathaus-Agenda. Ergebnis: Dem Chef des Städtischen Gebäudemanagements (SGB) wird, so Dienstherr Nimptsch, nicht fristlos gekündigt.

Nach der Sitzung des Verwaltungsvorstandes steht fest: Friedhelm Naujoks steuert künftig herausgehobene Projekte im Dezernat des Oberbürgermeisters und wird von der Führung des SGB entbunden. Sein bisheriger Stellvertreter Bruno Lossau wird neuer Chef des Städtischen Gebäudemanagements. Der Leiter des Leistungszentrums für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft, Hans-Jürgen Weber, wird den Verwaltungsexperten Lossau in technischen Fragen beraten. Die Unterstützung ist zunächst bis zu einer endgültigen Entscheidung über die künftige Rechts- und Organisationsform des SGB angelegt. Weber bleibt weiterhin Chef seines Amtes. Das Tiefbauamt der Stadt Bonn unter Amtsleiter Werner Bergmann, bisher Teil des Baumanagements, wird in das von Stadtbaurat Werner Wingenfeld geleitete Dezernat Stadtentwicklung und Baurecht eingegliedert.

Herausforderungen

Damit reagiert der Oberbürgermeister nicht nur auf die Einleitung staatsanwaltschaftlicher Ermittlungsverfahren im SGB. Er trifft gleichzeitig bereits seit längeren vorbereitete Organisationsmaßnahmen. Der OB spricht von einem anhaltenden Prozess, die Effektivität der Verwaltungsarbeit weiter zu steigern. Dazu gehört, das SGB auf die künftigen Herausforderungen des Gebäudemanagements auch vor dem Hintergrund knapper Investitionsmittel.

Die derzeit bereits beim Leistungszentrum Stadtreinigung- und Abfallwirtschaft laufende Organisationsuntersuchung wird auf das SGB ausgedehnt. Friedhelm Naujoks wird künftig Sonderaufgaben steuern und der Stadt damit externe Projektsteuerungskosten ersparen. Dazu gehören die Projekte Stadthaus, Feuerwehrleitstelle, die Maßnahmen des Konjunkturpaketes II und die Deponiesanierung

Hintergrund: Gegen Naujoks, mit 175 000 Euro Jahresgehalt einer der bestbezahlten Stadt-Angestellten, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des schweren Betrugs. Er soll für das WCCB-Projekt durch falsche Angaben rund 35,7 Millionen Euro Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen erschlichen haben. „Zahlen passend gemacht“, sagte Oberstaatsanwalt Fred Apostel. (ga, VR)



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