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Griechenland

Wieviel Geld braucht das Land?

Erstellt 25.04.10, 09:07h

Sind es 30 Milliarden oder 45 Milliarden oder gar 90 Milliarden Euro? Auf alle Fälle wird die Rettung des bankrotten griechischen Staates teuer - und die Vorschläge immer abenteuerlicher. Die CSU empfiehlt den Griechen sogar den Euro-Ausstieg.

Griechenlands Ministerpräsident Papandreou
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Giorgos Papandreou will nun doch die Hilfe der EU und des IWF in Anspruch nehmen (Archivbild).
Griechenlands Ministerpräsident Papandreou
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Giorgos Papandreou will nun doch die Hilfe der EU und des IWF in Anspruch nehmen (Archivbild).
BERLIN/ATHEN - Auch eine Milliardenhilfe der Euro-Länder könnte die Krise des hochverschuldeten Griechenlands möglicherweise nur vorübergehend lösen. Athens Finanzbedarf sei mit mehreren hundert Milliarden Euro weit höher als bisher diskutiert, berichtete die "Welt am Sonntag". Allein bis Ende 2015 müsse das Land nach Angaben der griechischen Schuldenagentur gut 140 Milliarden Euro für 33 fällig werdende Staatsanleihen auftreiben. Im politischen Berlin wächst das Unbehagen, dass die Finanzhilfen für Athen zum Fass ohne Boden werden können - eine Alternative ist aber nicht in Sicht.

Zu den Krediten kämen nach Berechnungen des US-Ökonomen Carl Weinberg fast 90 Milliarden Euro an Zinsen. Günstige Zinsen für Milliardenkredite der Euroländer und des Internationalen Währungsfonds (IWF) würden diese Last nur geringfügig verringern. Das bedeute, dass die Griechen über Jahre hinweg rund ein Fünftel ihrer gesamten Wirtschaftsleistung nur für ihren Schuldendienst ausgeben müssten eine Last, die in ähnlichen Krisen fast immer mit Staatsbankrott oder Umschuldung geendet habe.

Das vom finanziellen Zusammenbruch bedrohte Griechenland hatte am Freitag die EU und den Internationalen Währungsfonds (IWF) offiziell um Hilfe gebeten. Die Europäer wollen Athen, das mit mehr als 300 Milliarden Euro verschuldet ist, notfalls mit bis zu 30 Milliarden Euro an Krediten unter die Arme greifen. Deutschland würde davon bis zu 8,4 Milliarden übernehmen. 15 Milliarden werden vom IWF erwartet.

Sollte Athen auch 2011 und 2012 Finanzspritzen benötigen, müssten dies die Euro-Länder wohl ohne weiteres Kapital vom Internationalen Währungsfonds (IWF) stemmen. Auf Berlin käme dann mit 18 Milliarden Euro eine mehr als doppelt so hohe Kreditsumme als bisher geplant zu.

Die frühere Vize-Direktorin des IWF, Anne Krueger, sagte Athen eine Umschuldung voraus - Gläubiger müssen dann damit rechnen, dass ein Großteil ihres Geldes weg ist. Auch deutsche Banken haben Griechenland Milliarden geliehen - ein Abschreiben der Summen könnte die Banken erneut in Schieflage bringen. Urteilen die Fachleute, dass ein Land seine Schulden nicht bedienen kann, dürfe der IWF kein Geld geben, solange es nicht parallel eine Umschuldung gebe, so Krueger.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) rechnet angesichts der komplexen Prüfung nicht vor Mai mit einer Entscheidung über die Milliardenhilfen - am Montag will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Fraktionen über das weitere Vorgehen informieren.

Die anstehenden Milliardenhilfen lösen in der FDP große Besorgnis aus. Finanzexperte Hermann Otto Solms sagte der "Welt am Sonntag", es werde in der FDP befürchtet, dass es nicht bei einer einmaligen Hilfe bleibe, sondern am Ende eine dauerhafte, automatisierte Hilfe für Länder wie Griechenland stehe. "Das aber könnten wir nicht akzeptieren."

Zum Vorschlag von CSU-Landesgruppenchef Hans-Pater Friedrich, Griechenland solle notfalls den Euro-Raum verlassen, sagte Solms: "Das ist eine Entscheidung der Griechen. Sie werden den bayerischen Ministerpräsidenten dazu wahrscheinlich nicht befragen."



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