Erstellt 25.04.10, 09:07h
Zu den Krediten kämen nach Berechnungen des US-Ökonomen Carl Weinberg fast 90 Milliarden Euro an Zinsen. Günstige Zinsen für Milliardenkredite der Euroländer und des Internationalen Währungsfonds (IWF) würden diese Last nur geringfügig verringern. Das bedeute, dass die Griechen über Jahre hinweg rund ein Fünftel ihrer gesamten Wirtschaftsleistung nur für ihren Schuldendienst ausgeben müssten eine Last, die in ähnlichen Krisen fast immer mit Staatsbankrott oder Umschuldung geendet habe.
Das vom finanziellen Zusammenbruch bedrohte Griechenland hatte am Freitag die EU und den Internationalen Währungsfonds (IWF) offiziell um Hilfe gebeten. Die Europäer wollen Athen, das mit mehr als 300 Milliarden Euro verschuldet ist, notfalls mit bis zu 30 Milliarden Euro an Krediten unter die Arme greifen. Deutschland würde davon bis zu 8,4 Milliarden übernehmen. 15 Milliarden werden vom IWF erwartet.
Sollte Athen auch 2011 und 2012 Finanzspritzen benötigen, müssten dies die Euro-Länder wohl ohne weiteres Kapital vom Internationalen Währungsfonds (IWF) stemmen. Auf Berlin käme dann mit 18 Milliarden Euro eine mehr als doppelt so hohe Kreditsumme als bisher geplant zu.
Die frühere Vize-Direktorin des IWF, Anne Krueger, sagte Athen eine Umschuldung voraus - Gläubiger müssen dann damit rechnen, dass ein Großteil ihres Geldes weg ist. Auch deutsche Banken haben Griechenland Milliarden geliehen - ein Abschreiben der Summen könnte die Banken erneut in Schieflage bringen. Urteilen die Fachleute, dass ein Land seine Schulden nicht bedienen kann, dürfe der IWF kein Geld geben, solange es nicht parallel eine Umschuldung gebe, so Krueger.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) rechnet angesichts der komplexen Prüfung nicht vor Mai mit einer Entscheidung über die Milliardenhilfen - am Montag will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Fraktionen über das weitere Vorgehen informieren.
Die anstehenden Milliardenhilfen lösen in der FDP große Besorgnis aus. Finanzexperte Hermann Otto Solms sagte der "Welt am Sonntag", es werde in der FDP befürchtet, dass es nicht bei einer einmaligen Hilfe bleibe, sondern am Ende eine dauerhafte, automatisierte Hilfe für Länder wie Griechenland stehe. "Das aber könnten wir nicht akzeptieren."
Zum Vorschlag von CSU-Landesgruppenchef Hans-Pater Friedrich, Griechenland solle notfalls den Euro-Raum verlassen, sagte Solms: "Das ist eine Entscheidung der Griechen. Sie werden den bayerischen Ministerpräsidenten dazu wahrscheinlich nicht befragen."
Politiker haftbar machen
27.04.2010 | 13.27 Uhr | mo54
Wann endlich werden die Politiker aller Parteien zur Rechenschaft gezogen? Diese haben den Beitritt Griechenlands
vorbehaltlos propagiert und somit…
Eu ist tot
27.04.2010 | 01.48 Uhr | Schinnoos
Deutschland wird - wie immer - den Löwenanteil beisteuern. Diese EU bringt uns KEINE Vorteile, aber haufenweise Nachteile!
Deutschland muss raus…
wann bitte dürfen die Steuerzahler selbst....
26.04.2010 | 21.16 Uhr | michaschreibt
...als Souverän entscheiden, wer mit ihrem Geld die eigene Volkswirtschaft in einen nicht enden werdenden Abwärtsstrudel reißt? Nach einer…
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