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Fernsehduell

Remis mit leichten Vorteilen für Kraft

Von Tobias Peter, 26.04.10, 21:29h, aktualisiert 27.04.10, 14:32h

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und SPD-Herausforderin Hannelore Kraft haben zwei Wochen vor der Landtagswahl im einzigen Fernsehduell vor allem über die künftige Schulpolitik in NRW debattiert. Hitzig wurde es nur am Ende bei der Koalitionsfrage.

Kraft vs. Rüttgers
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Showdown in Ehrenfeld: Hannelore Kraft und Jürgen Rüttgers diskutierten in der Vulkanhalle. (Bild: rtr)
Kraft vs. Rüttgers
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Showdown in Ehrenfeld: Hannelore Kraft und Jürgen Rüttgers diskutierten in der Vulkanhalle. (Bild: rtr)
Köln - Sie wehre sich dagegen, sagt die SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft, „dass die Kinder mit zehn Jahren in Schubladen einsortiert werden, aus denen sie nicht mehr herauskommen“. Er warne davor, „dass wir einen Schulkrieg beginnen“, hält ihr der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) entgegen.

Die Schulpolitik ist am Montagabend in Köln eines der umstrittensten Themen im TV-Duell der beiden Kandidaten im WDR vor der Landtagswahl am 9. Mai, neben Mindestlöhnen und Kommunalfinanzen. Solche Diskussionen sind Ringkämpfe der besonderen Art, weil die Konkurrenten einerseits gegeneinander punkten müssen, dabei aber auch nicht allzu aggressiv wirken sollen. Im besten Sinne landesväter- oder landesmütterlich eben.

Das Fazit: Unentschieden, mit leichten Vorteilen für Kraft. Sie steht mit einer lockeren Körperhaltung hinter ihrem Pult - lächelt Zuschauer, Moderatoren und auch Rüttgers selbstsicher an. Gestärkt haben sie die aktuellen Umfragewerte: Eine Erhebung des Bonner Instituts „Omniquest“ für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte Ende vergangener Woche erstmals eine klare Mehrheit für Rot-Grün ergeben.

Auch Rüttgers gibt kein schlechtes Bild ab. Im ersten Teil der Diskussion wirkt er zwar noch recht verkrampft. Er sieht aus wie einer, der zwei Dinge genau weiß: Eigentlich sollte er als Ministerpräsident einen Amtsbonus haben. Aber eben auch, dass dieser Vorteil nach seiner Sponsoringaffäre und aufgrund des bundespolitischen Gegenwinds längst aufgebraucht ist. Doch dann kommt Rüttgers in die Offensive, verweist auf neu geschaffene Lehrerstellen.

Der CDU-Politiker hält der SPD vor, im Bund wie im Land erst in der Opposition zurück zu einer sozialen Ausrichtung der Politik gefunden zu haben - und das insbesondere in Fragen von Hartz IV. Kraft begegnet solchen Anwürfen offen und gelassen: „Herr Rüttgers, wir sind 2005 abgewählt worden, weil wir nicht alles richtig gemacht haben.“ Die Selbstkritik wirkt souverän.

Einen Angriff kann Kraft aber nicht weglächeln. Auch auf mehrmalige Nachfragen schließt sie eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei nicht klar aus - auch wenn sie erneut sagt, die Linke sei „weder regierungswillig noch regierungsfähig“. „Wer soll Ihnen glauben?“, fährt Rüttgers sie an. Viele solcher überlegenen Momente hat er aber nicht.



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