Schriftgröße

Wahl in Köln

4:3 für die Sozialdemokraten

Von Peter Berger, Helmut Frangenberg und Matthias Pesch, 09.05.10, 19:37h, aktualisiert 10.05.10, 09:10h

Die Kölner Grünen haben Grund zum Feiern: Sie entsenden künftig drei Abgeordnete in die Fraktion in Düsseldorf. Bei der CDU grassiert Grabesstimmung, die SPD schwankt angesichts ihrer vier Direktmandate zwischen Jubel und Ernüchterung.

Kraft Stimmabgabe Landtag
Bild vergrößern
SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft gab in Mülheim ihre Stimme ab. (Bild: dpa)
Kraft Stimmabgabe Landtag
Bild verkleinern
SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft gab in Mülheim ihre Stimme ab. (Bild: dpa)
Köln - KÖLN - Gegen 20.45 Uhr, das Endergebnis steht noch lange nicht fest, stimmen die Grünen bereits ihren Siegesgesang an. „NRW in grüner Hand“, singen die Wahlkreiskandidaten unter dem Jubel ihrer Anhänger. Die Grünen haben nicht nur landesweit ihr Ergebnis von 2005 beinahe verdoppelt, in Köln haben sie sich von 12,9 Prozent auf über 20 Prozent katapultiert. „Geil ist gar kein Ausdruck“, jubelt Fraktionschefin Barbara Moritz, die ihren Wahlkreis im Kölner Süden zwar nicht gewinnen konnte, dort aber immerhin rund 25 Prozent erzielt.

Die Grünen sind die Gewinner der Landtagswahl in Köln, sie schicken neben der Landtagsabgeordneten Andrea Asch auch Arndt Klocke - beide feierten am Sonntagabend in Düsseldorf - und den ehemaligen Stadtrat Arif Ünal ins Landesparlament. „Wir haben gute Politik gemacht, das wird von den Bürgern anerkannt“, sieht Moritz den Grund für den Erfolg. Und Parteichefin Anne Lütkes verweist auf die „klaren inhaltlichen Positionen, die die Bürger erwarten“ und mit denen die Grünen überzeugt hätten.

Mit Grabesstimmung ist die Lage bei der CDU nur unzureichend beschrieben. Parteichef Jürgen Hollstein, der seinen Wahlkreis an Jochen Ott von der SPD verloren hat, sieht bundespolitische Themen und die Griechenland-Debatte ursächlich für die Niederlage. Das habe die Union nach unten gezogen. Neben Martin Schoser, der in Lindenthal gar nicht verlieren konnte, hat am späten Abend einzig Andrea Verpoorten Grund zur Freude. Sie jagt Ingrid Hack den Wahlkreis Köln I ab. Und auch Christian Möbius schafft es, den favorisierten Herausforderer Tayfun Keltek im Wahlkreis Köln III auf Distanz zu halten. FDP-Parteichef Reinhard Houben trägt das Ende von Schwarz-Gelb recht gelassen. „Was die CDU verloren hat, konnten wir gar nicht aufholen. Wir gehen in die Opposition.“

Bei der SPD schwankt die Stimmung zwischen euphorischem Jubel nach den ersten Zahlen und Enttäuschung, als klar wird, dass die Kölner Sozialdemokraten nur vier der sieben Wahlkreise gewinnen. Jochen Ott gewinnt das Porzer Prestigeduell der Parteichefs gegen Hollstein deutlich.

Klare Siege gibt es auch für Martin Börschel, Stephan Gatter und Marc Jan Eumann, den mancher schon im neuen Kabinett wähnte. Als klar wird, dass die CDU vor der SPD liegt und rechnerisch auch Schwarz-Grün möglich wird, wird es ruhiger im Saal. Oberbürgermeister Jürgen Roters zieht ein positives Fazit. Er habe - wie wohl die meisten im Rathaus - nicht geglaubt, dass seine Partei innerhalb eines halben Jahres eine solche Aufholjagd hinlegen könnte.

Hier geht es zu den Kölner Ergebnissen

Bei den Linken wird den ganzen Abend gefeiert. „Jetzt müssen wir nur noch die FDP schlagen“, ruft Ratsherr Jörg Detjen nach der ersten Prognose. Das gelingt jedoch weder auf Landesebene noch in Köln. Grund zur Freude gibt es jedoch genug: Die Linke schickt gleich drei Kölner in die neue Fraktion im Landtag. Den Traum von der Teilhabe an der Macht in NRW kommentiert Detjen mit einem Augenzwinkern: „Warum nicht? Schließlich waren CDU und KPD nach dem Zweiten Weltkrieg auch schon mal zusammen in einer Regierung.“

ksta.tv

Auswirkungen auf das Farbenspiel im Kölner Rathaus soll das Düsseldorfer Ergebnis nicht haben, betonen sowohl Moritz wie Börschel. Im Moment laufe nicht alles so, wie man sich das wünsche, aber es gebe genügend Gemeinsamkeiten, um „die rot-grüne Koalition erfolgreich fortzusetzen“.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

NRW-Wahl


Anzeige


Umfrage

Wer soll jetzt regieren?
Nichts ist sicher in NRW. Außer, dass es für Schwarz-Gelb und Rot-Grün nicht reicht. Was ist Ihre Wunschkoalition?

Bildergalerien


Spitzenkandidaten im studio dumont


Flashgrafik


ksta.de-Wahlhelfer


NRW-Wahl


NRW-Wahl


Quiz


Quiz


Soundfile


Forum


Die Landtagswahl in der Region


Rund um NRW und die Wahl


Spitzenkandidaten


Wahlprogramme


Die Parteien im Land


Dienste