Von Peter Berger, Helmut Frangenberg und Matthias Pesch, 09.05.10, 19:37h, aktualisiert 10.05.10, 09:10h
Die Grünen sind die Gewinner der Landtagswahl in Köln, sie schicken neben der Landtagsabgeordneten Andrea Asch auch Arndt Klocke - beide feierten am Sonntagabend in Düsseldorf - und den ehemaligen Stadtrat Arif Ünal ins Landesparlament. „Wir haben gute Politik gemacht, das wird von den Bürgern anerkannt“, sieht Moritz den Grund für den Erfolg. Und Parteichefin Anne Lütkes verweist auf die „klaren inhaltlichen Positionen, die die Bürger erwarten“ und mit denen die Grünen überzeugt hätten.
Mit Grabesstimmung ist die Lage bei der CDU nur unzureichend beschrieben. Parteichef Jürgen Hollstein, der seinen Wahlkreis an Jochen Ott von der SPD verloren hat, sieht bundespolitische Themen und die Griechenland-Debatte ursächlich für die Niederlage. Das habe die Union nach unten gezogen. Neben Martin Schoser, der in Lindenthal gar nicht verlieren konnte, hat am späten Abend einzig Andrea Verpoorten Grund zur Freude. Sie jagt Ingrid Hack den Wahlkreis Köln I ab. Und auch Christian Möbius schafft es, den favorisierten Herausforderer Tayfun Keltek im Wahlkreis Köln III auf Distanz zu halten. FDP-Parteichef Reinhard Houben trägt das Ende von Schwarz-Gelb recht gelassen. „Was die CDU verloren hat, konnten wir gar nicht aufholen. Wir gehen in die Opposition.“
Bei der SPD schwankt die Stimmung zwischen euphorischem Jubel nach den ersten Zahlen und Enttäuschung, als klar wird, dass die Kölner Sozialdemokraten nur vier der sieben Wahlkreise gewinnen. Jochen Ott gewinnt das Porzer Prestigeduell der Parteichefs gegen Hollstein deutlich.
Klare Siege gibt es auch für Martin Börschel, Stephan Gatter und Marc Jan Eumann, den mancher schon im neuen Kabinett wähnte. Als klar wird, dass die CDU vor der SPD liegt und rechnerisch auch Schwarz-Grün möglich wird, wird es ruhiger im Saal. Oberbürgermeister Jürgen Roters zieht ein positives Fazit. Er habe - wie wohl die meisten im Rathaus - nicht geglaubt, dass seine Partei innerhalb eines halben Jahres eine solche Aufholjagd hinlegen könnte.
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Bei den Linken wird den ganzen Abend gefeiert. „Jetzt müssen wir nur noch die FDP schlagen“, ruft Ratsherr Jörg Detjen nach der ersten Prognose. Das gelingt jedoch weder auf Landesebene noch in Köln. Grund zur Freude gibt es jedoch genug: Die Linke schickt gleich drei Kölner in die neue Fraktion im Landtag. Den Traum von der Teilhabe an der Macht in NRW kommentiert Detjen mit einem Augenzwinkern: „Warum nicht? Schließlich waren CDU und KPD nach dem Zweiten Weltkrieg auch schon mal zusammen in einer Regierung.“
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Auswirkungen auf das Farbenspiel im Kölner Rathaus soll das Düsseldorfer Ergebnis nicht haben, betonen sowohl Moritz wie Börschel. Im Moment laufe nicht alles so, wie man sich das wünsche, aber es gebe genügend Gemeinsamkeiten, um „die rot-grüne Koalition erfolgreich fortzusetzen“.
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