Von Christian Leinweber, 10.05.10, 15:52h
Gerade die Straße ist für B'Boys in Belgien ein Problem: „Es ist nicht immer ungefährlich, auf Belgischen Straßen Breakdance zu tanzen“, erzählt Filco (27), der mit seiner Crew One Peace Boys aus Lüttich beim Wettbewerb antritt. „Man wird nicht selten angefeindet und bedroht.“ Große Räumlichkeiten zum Trainieren gibt es in seiner Stadt nicht, die Jungs müssen also auf der Straße üben. „Die Politiker verwechseln Gangster-Rap und das Gehabe, das damit verbunden ist, mit Breakdancing“, sagt er. Daher stelle die Stadt keine Räume zur Verfügung. Dass das Kinder- und Jugendzentrum OT Werkstattstraße den von jungen Kölner B'Boys und B'Girls mit viel ehrenamtlichem Arbeitsaufwand organisierten Breakdance-Wettbewerb unterstützt, findet der Belgier großartig. Und so wird eines an diesem Tag ganz groß geschrieben: Respekt. Denn auch wenn es beim Wettbewerb Geld- und Sachpreise zu gewinnen gibt, Fairness und Sportlichkeit gehen vor. So wird jeder Tänzer nicht nur von den drei Wettkampfrichtern genauestens begutachtet - den international anerkannten Breakdancern Arte aus Spanien, Paulinho aus Frankreich und Dr. Hefo aus Polen -, sondern auch von den restlichen Teilnehmern kräftig angefeuert. Denn ob bei dem Crew-Wettkampf „5vs5“ oder den Einzelwettkämpfen - dem Powermove Battle und der Ü30 Kategorie Dirty Thirties -, lautstarke Unterstützung kann jeder gebrauchen. Und die zum Tanzen notwendigen Hip-Hop Beats fehlen auch nicht: DJ ICE C aus Köln und DJ Horba aus Danzig machen ein Stillstehen schwer. Und so ist fast jeder der etwa 13- bis 35-jährigen Tänzer in Bewegung. Nur draußen vor der Tür ist es ruhig, aber nicht weniger umtriebig: Die Sprayer der Mittwochs-Maler SKM Köln gestalten neue Bilder für die OT Werkstattstraße. Auch hier wird länderübergreifend zusammen gearbeitet: Ein Sprayer aus Frankreich und ein Sprayer aus Spanien gestalten gemeinsam eines der Kunstwerke. „Der Event hat ja einen europäischen Charakter“, sagt Maurice Kusber von den Mittwochs-Malern. „Die Leute müssen trotzdem nicht groß miteinander reden, sondern können einfach zusammen sprayen und tanzen.“ So kann man kreativ Sprachbarrieren überwinden. Und die jungen Kölner Breakdancer, die kein Geld haben, zu Veranstaltungen im Ausland zu reisen, bekommen dank der Break de Cologne auch noch hochkarätige Tänzer aus Holland, Belgien, Spanien und Dänemark zu sehen.
„Es ist nicht wichtig, ob man gewinnt oder verliert, wichtig ist der Austausch“, so der Düsseldorfer Engin, der durch die Veranstaltung führt. Der Applaus aller Teilnehmer zeigt: Das sieht hier jeder so. Die belgische Crew One Peace Boys wird Sieger beim „5vs5“-Battle und gewinnt die 400 Euro Preisgeld. Bruno sichert sich den ersten Platz beim Dirty Thirties Battle und Wal-D belegt die Top-Position beim Powermove Battle. Beide erhalten 50 Euro. Die Preise werden von Sponsoren gestiftet.
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