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Griechen-Kredite

Ackermann zweifelt an Schuldentilgung

Erstellt 13.05.10, 21:28h, aktualisiert 14.05.10, 11:11h

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist skeptisch, ob Griechenland seine Schulden zurückzahlen kann. Dazu bedürfe es extremer Anstrengungen. Zugleich betonte er, die Deutschen müssten keine Angst um Renten und Löhne haben. Die Bundesrepublik sei ein Gewinner.

Josef Ackermann
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Josef Ackermann. (Bild: dpa)
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Josef Ackermann. (Bild: dpa)
FRANKFURT - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zweifelt an Griechenlands Fähigkeit, seine Schulden zurückzuzahlen. "Ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln", sagte Ackermann in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" einer Pressemitteilung des Senders zufolge. Dazu bedürfe es unglaublicher Anstrengungen. Italien und Spanien könnten dagegen mit dem internationalen Rettungsschirm stabilisiert werden und seien dann stark genug, um ihre Schulden zu bedienen. Bei Portugal sei es "schon etwas schwieriger", sagte Ackermann bei der Aufzeichnung der Sendung, die am Donnerstagabend ausgestrahlt werden sollte.

Der Bankchef forderte, Griechenland müsse stabilisiert werden. Wenn das Land fiele, würde das "mit großer Sicherheit auch auf die anderen Länder" übergreifen und könnte zu "einer Art Kernschmelze" führen. Es müsse alles getan werden, um eine Umschuldung für Griechenland zu vermeiden. Europa müsse vielmehr den Druck erhöhen, dass Griechenland saniert werde. Ackermann fügte hinzu: "Und wenn es dann am Schluss dieser ganzen Phase doch nicht ganz reicht, dann kann man ja immer noch über Umschuldungen nachdenken." Er bemängelte, man hätte "etwas früher und etwas mutiger die Dinge anpacken können".

Inflationsgefahr sieht Ackermann im Euroraum auf absehbare Zeit nicht: "In den nächsten zwei bis drei Jahren rechne ich überhaupt nicht damit", sagte er. "Wir haben ein ganz bescheidenes Wachstum, wir haben unausgeschöpfte Kapazitäten, da ist die Inflation sicher nicht unser Thema, sondern das Thema ist Wachstum, Thema ist Beschäftigung".

Ackermann betonte zugleich, der Euro sei immer noch "fundamental stark". Die europäische Währung liege gegenüber dem Dollar derzeit "irgendwo in der Mitte" zwischen Einführungskurs und bisherigem Höchststand. "Wir haben natürlich jetzt diese Verwerfungen gehabt im Eurobereich", sagte der Deutsche-Bank-Chef, "aber grundsätzlich, fundamental, auch wenn man die Verschuldung des europäischen Raumes anschaut, sind wir immer noch wesentlich stärker als zum Beispiel die Vereinigten Staaten oder auch England".

Die Deutschen müssen nach Ansicht von Ackermann keine Angst um Renten, Versicherungen und Löhne haben. "Deutschland ist eigentlich ein Gewinner. Wir werden Spitzenreiter im Wachstum sein. In Deutschland muss man meines Erachtens überhaupt keine Angst haben. Die großen Einsparungen kommen in den Ländern, die die großen Defizite haben", sagte Ackermann und nannte Griechenland, Spanien, Italien und Portugal. (rtr, ddp)



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