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Zweite Runde

Islamkonferenz tagt dezimiert

Erstellt 14.05.10, 13:33h

Ohne den Zentralrat der Muslime tagt am Montag in Berlin die Deutsche Islam-Konferenz mit Innenminister Thomas de Maizière. Dabei wird die inhaltliche Debatte von der Frage überlagert, wie repräsentativ die Zusammensetzung ist.

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Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland: Ayyub Axel Köhler. (Bild: dpa)
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Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland: Ayyub Axel Köhler. (Bild: dpa)
BERLIN/KÖLN - Überschattet von der Absage des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) geht die Deutsche Islamkonferenz (DIK) am Montag in ihre zweite Runde. Statt der von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) angestrebten praktischen Fragen - beispielsweise beim Religionsunterricht oder der Gleichberechtigung von Mann und Frau - steht nun der repräsentative Charakter, wenn nicht die Existenz der Konferenz zur Debatte. Wie sich die Bilder gleichen: Auch in der Startphase der ersten Deutschen Islamkonferenz (DIK) 2005 kam es zu einer Machtprobe zwischen mächtigen Verbänden und der Regierungsseite.

Schon im März hatte de Maiziere den "Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland" angesichts laufender strafrechtlicher Ermittlungen suspendiert. Somit bleibt der Stuhl dieses Verbandes vorerst frei. Der Zentralrat hatte seine Entscheidung zur weiteren Teilnahme an der Konferenz seitdem immer und immer wieder aufgeschoben - bis es in diesen Tagen zur Absage kam.

Rechtliche Regelung umstritten

Der Vorsitzende des Zentralrats, Ayyub Axel Köhler, wollte den Minister auf die Klärung konkreter rechtlicher Fragen drängen, die ins Grundsätzliche gehen. Ihm geht es um den Status als Religionsgemeinschaft. De Maiziere hält dagegen, weil er genau bei diesen Grundsatzfragen einen Disput erwartet, der sich im Kreise drehen könnte. Er sieht die Konferenz nach wie vor "gut aufgestellt". Dabei fehlen viele hundert der gut 2.500 Moscheevereine in Deutschland, die für vielleicht ein Viertel der rund vier Millionen Muslime im Land stehen.

Trotz Köhlers vehement vorgetragener Kritik: Ausgerechnet an diesem Montag geht es bereits um die Frage rechtlicher Regelungen. Der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Peter Strohschneider, stellt die Linie seines Gremiums vor, die seit Januar für Diskussionen sorgt. Sein Tenor: Die Bundesrepublik müsse im Ringen um die Ausbildung von Muslimen an deutschen Universitäten in Bälde ein "Rechtsinstrument" finden, um der islamischen Seite Mitwirkungsrechte zu ermöglichen.

Studienprogramm Islam

Er sei - auch wegen des Drucks der Universitäten - zuversichtlich, dass in gut drei Jahren "an zwei oder drei Universitäten tatsächlich so etwas wie ein regulärer Lehr- und Forschungsbetrieb stattfinden" könne, sagte Strohschneider der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Und das alles mit Studienordnungen und Berufungsverfahren. Zumal der Wissenschaftsrat und das Ministerium Zug in die Sache bringen wollen. Im Juni und Juli lädt der Rat Religionsvertreter, Wissenschaftsexperten und Politiker zu Kongressen in Berlin und Köln, um konkreter zu werden. Der Minister wird dabei als Referent auftreten.

Lehrstühle, Lehrpläne, Religionsunterricht, in Deutschland ausgebildete Lehrer. De Maiziere will solche sichtbare Fortschritte erreichen. Und er zielt - fast provokativ gegenüber den etablierten offiziellen Verbandsvertretern - darauf, den Dialog weiter zu tragen: Er wolle die Diskussionen in die Mitte der Gesellschaft bringen, "wo die wirklichen Diskussionen stattfinden". Des Ministers Hoffnung: "Wenn Eltern vom Elternabend kommen, wenn Kinder vom Schwimmunterricht berichten oder von der Klassenfahrt zurückkommen, wo diese Empfehlungen praktisch gelebt werden sollten, dann wird das am Küchentisch diskutiert." (epd)



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