Von Frank Weiffen, 19.05.10, 16:23h
„Es geht mir nicht um den schnellen, billigen Lacher“, sagt Jochimsen zu seinen Bildern, die er 13 Jahre lang beim Touren von Auftrittsort zu Auftrittsort vor allem in deutschen Städten knipste. Ihn reize eher die Melange aus ungewolltem Witz und Traurigkeit, die den Alltag in den Vorstädten bestimme. Im Studio sieht man Bilder von Schau- und Wohnzimmerfenstern, in denen alte, angelaufene Gardinen hängen und in denen Blumentöpfe und angeranzte Beethoven-Büsten stehen. Bilder von Kneipen, die „Zur wilden Muschi“ oder „Bar zur Hölle“ heißen und schon bessere Zeiten erlebten. Es gibt Fotos von Geschäften, auf deren Türen „Grob Wohnen“ oder „Veteranen Instandsetzung Restaurierung“ steht. Oft muss man lächeln - nicht böswillig oder schadenfroh, sondern vielmehr ein wenig schamvoll berührt. Manchmal bleibt einem das Lachen aber im Halse stecken, weil der Blick auf eine Realität fällt, die gerne übersehen wird.
Letztlich kann es gut sein, dass bei den nächsten Abendveranstaltungen im Forum der ein oder andere später in den Konzertsaal kommt: Er oder sie ist dann bei Jochimsen hängen geblieben.
Die Ausstellung „Danebenleben“ ist bis zum 17.6. montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr sowie bei Abendveranstaltungen zu sehen. Der Bildband dazu kostet 9,95 Euro und ist an der Forum-Theke sowie im Buchhandel erhältlich.
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