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Talk am Dom

„Städte werden ausgehungert“

Von Clemens Schminke, 26.05.10, 18:18h

Auf dem Wallrafplatz protestierten Mitarbeiter und Besucher der Sozialpsychiatrischen Zentren gegen den Sozialabbau. In einer anschließenden Podiumsdiskussion sprachen die Wohlfahrtsverbände ihre Warnungen aus.

Wallrafplatz
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Demonstration am Wallrafplatz (Bild: Schwarz)
Wallrafplatz
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Demonstration am Wallrafplatz (Bild: Schwarz)
Köln - „Wenn wir eine Bank wären, hätten wir schon längst unseren Zuschuss“, sagte Christoph Geißler von den Kölner Jugendzentren „Der soziale Frieden in der Stadt ist in Gefahr“, klagte Hannelore Bartscherer, Vorsitzende des Katholikenausschusses. Und Monika Kuntze, die beim Kölner Caritasverband die Integrations- und Familienhilfe leitet, sieht wichtige Projekte bedroht, wenn Zuschüsse gestrichen werden, die Bedingung für die finanzielle Beteiligung etwa der EU sind.

All dies waren einleitende Statements zum „Talk am Dom“, der sich am Dienstagabend im Domforum dem Sozialabbau widmete. Den Hintergrund bildete die Finanzkrise der Kommunen, die auch Köln dazu zwingt, einen strikten Sparkurs zu verfolgen. In der folgenden Podiumsdiskussion wurden die Warnungen variiert. Monika Kleine, Geschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen, sagte, die Betreuung von Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt werden, und von Prostituierten auf Straßenstrichen müsste empfindlich eingeschränkt werden, würden die Mittel gekürzt. Pfarrer Franz Decker, Direktor des Caritasverbandes für die Stadt Köln, rüffelte die Ratspolitiker, die aus wahltaktischen Gründen wichtige Entscheidungen vor sich herschieben würden, und klagte: „Die Städte werden ausgehungert.“ Die Probleme landeten „bei denen, die sie nicht weitergeben können“.

Zahlen sauber erarbeiten

Gegen pauschale Kritik an „der Politik “ verwahrte sich Ralf Heinen (SPD), Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses. In Köln seien auch dank der Arbeit im Rat „hervorragende Strukturen“ geschaffen worden. Kein Weg führe daran vorbei, die Zahlen des Defizits „sauber“ zu erarbeiten und den Doppelhaushalt 2010 / 2011 „genehmigungsfähig“ aufzustellen. Dabei warnte er davor, beim Sparen falsche Prioritäten zu setzen, denn sonst gebe es auch in Deutschland „brennende Autos in den Vorstädten“.



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