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CDU-Debatte

Tillich will Koch nicht nachfolgen

Von Markus Decker, 28.05.10, 21:48h

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich steht offenbar nicht als Kandidat für das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der Bundes-CDU zur Verfügung. Der 51-Jährige will sich auf sein Bundesland konzentrieren.

Stanislaw Tillich
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Stanislaw Tillich. (Bild: dpa)
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Stanislaw Tillich. (Bild: dpa)
BERLIN - Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich will offenbar nicht stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU und damit Nachfolger seines aus der Politik ausscheidenden hessischen Kollegen Roland Koch werden. Das berichtet die „Leipziger Volkszeitung“. Tillichs Verzicht werde unter anderem damit begründet, dass der Vize-Posten einem starken westdeutschen Landesverband zustehe. Außerdem wolle sich der 51-Jährige auf Sachsen konzentrieren, hieß es.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe erwartet unterdessen, dass der designierte hessische CDU-Chef und mögliche neue Ministerpräsident Volker Bouffier auch an die bundespolitische Rolle seines Vorgängers anknüpft. Durch den geordneten Übergang der Funktionen in Hessen auf Bouffier sei auch die inhaltliche Kontinuität zur Arbeit von Koch gewahrt, betonte Gröhe im Hessischen Rundfunk. „Wer hessischer Landesvorsitzender ist, der redet auch wegen der Größe des Landesverbandes zu Recht in der Bundespolitik ein gewichtiges Wörtchen mit.“ Der Verband des Bundeslandes gilt traditionell als eher konservativ.

Der Sprecher des am Jahresanfang gegründeten „Arbeitskreises Engagierter Katholiken“ (AEK) in der CDU, Martin Lohmann, beklagte unterdessen Kochs Rückzug. „Ähnlich wie Friedrich Merz stand Koch für eine wertorientierte und berechenbare wirtschaftspolitische und im besten Sinne konservativ-bürgerliche Kompetenz“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Diese Lücke werde „nicht leicht zu schließen sein, muss aber dringend und rasch geschlossen werden. Alles andere käme einem Offenbarungseid der Partei gleich, den sie sich weder leisten kann noch leisten darf.“ Zu befürchten seien „existenzielle Irritationen“. Die CDU, so Lohmann weiter, brauche dringend „profilierte Konservative, die immer wieder auf den unverwechselbaren Kern dieser Partei und der damit verbundenen menschengerechten Politik aus christlicher Verantwortung verweisen“. Deshalb sei mit Kochs Abgang „ein äußerst kritischer Punkt für unsere Partei erreicht“. Sie habe schließlich in den letzten Jahren rund 100 000 Mitglieder und überdies Millionen Wähler verloren. Das müsse „als deutlicher Warnschuss begriffen werden“.



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