Schriftgröße

Ampel

Machtkampf im Vorstand der FDP

Von Günther M. Wiedemann, 01.06.10, 00:47h

In der nordrhein-westfälischen FDP ist über die Frage einer Ampelkoalition mit SPD und Grünen ein Machtkampf entbrannt. Viele Liberale sehen eine Ampel-Koalition skeptisch.

Papke
Bild vergrößern
Der FDP-Landesvorsitzende Andreas Pinkwart (l.) und der Fraktionsvorsitzende im nordrhein-westfaelischen Landtag, Gerhard Papke, aufgenommen am Montag in Duesseldorf zu Beginn der Landesvorstandssitzung der FDP in Nordrhein-Westfalen. (Bild: ddp)
Papke
Bild verkleinern
Der FDP-Landesvorsitzende Andreas Pinkwart (l.) und der Fraktionsvorsitzende im nordrhein-westfaelischen Landtag, Gerhard Papke, aufgenommen am Montag in Duesseldorf zu Beginn der Landesvorstandssitzung der FDP in Nordrhein-Westfalen. (Bild: ddp)
Wenige Stunden vor der mit Spannung erwarteten Sitzung des FDP-Landesvorstandes ist am Montag der Machtkampf zwischen Partei und Fraktion offen ausgebrochen. Wichtigstes Thema im 60-köpfige Vorstand war am Abend die Frage, wie es die Liberalen denn mit einer Ampel-Koalition halten wollen.

Die von Gerhard Papke geführte Landtagsfraktion lehnt eine Zusammenarbeit mit SPD und Grünen ab. Dies hat ihr Geschäftsführer Ralf Witzel am Montagmittag noch einmal öffentlich bekräftigt. Für eine Ampelkoalition fehlten alle wesentlichen Voraussetzungen, sagte er.

Der FDP-Landesvorstand wollte bei der Sitzung auch diese Option diskutieren. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hatte einer Ampelkoalition in NRW am Sonntag neue Nahrung gegeben. Der Generalsekretär der NRW-FDP, Joachim Stamp, wies daraufhin den Abgeordneten ungewöhnlich scharf und öffentlich zurecht: „Koalitionsfragen sind Sache der Partei und die kommt heute Abend zu Beratungen zusammen.“ Dort habe auch der Fraktionsgeschäftsführer „die Gelegenheit, seine Sicht der Dinge darzustellen.“ Stamp ist ein Gefolgsmann des Landesvorsitzenden Andreas Pinkwart. Der hatte vor zwei Wochen eine Ampel nicht grundsätzlich ausschließen wollen, die jedoch zuvor Fraktionschef Papke verworfen hatte und sich damit dann auch durchsetzen konnte.

Am Wochenende hat der FDP-Bundesvorsitzende Guido Westerwelle erstmals ein solches Regierungsbündnis nicht definitiv ausgeschlossen. Auch die Parteibasis setzt die FDP-Landesspitze immer mehr unter Druck, die Verweigerungshaltung aufzugeben. Beobachter gehen davon aus, dass der Vorstand sich für eine mittelfristige Öffnung in Sachen Koalitionen aussprechen wird. Ohne aber festzulegen, was mittelfristig bedeutet. Die FDP-Spitze wird abwarten wollen, wie sich die Gespräch CDU-SPD entwickeln.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Umfrage

Protestieren Sie gegen ACTA?
Bundesweit sind Proteste gegen das internationale Handelsabkommen ACTA geplant. Es sieht unter anderem vor, Urheberrechtsverletzungen strenger zu ahnden. Kritiker befürchten Zensur und Überwachung vor allem im Internet. Beteiligen Sie sich am Protest?

Bildergalerien


Jahresrückblick


ksta-blogs.de


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Neue Videos – Politik/Nachrichten




Meistgelesene Artikel


Kolumne


Hintergrund


Die andere Meinung


Mein ksta.de


Forum


Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Dienste