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Rätselwanderung

Einst das Dorf der Botschafter

Von Tobias Christ, 01.06.10, 16:20h

In Urfeld zu wohnen, heißt ruhig zu wohnen. Umgeben von Ackerflächen auf der einen und dem Rhein auf der anderen Seite, ist der Ort ein lauschiges Fleckchen Erde. Die Geschichte des 4000-Seelen-Stadtteils ist vielfältig wie die Feldfrüchte ringsum.

Wesseling-Urfeld - Durch die Nähe zur früheren Bundeshauptstadt Bonn waren es in den 1950er Jahren zunächst der Botschafter der Niederlande und die Gesandtin der Philippinen, die in Urfeld residierten. Später war auch der Schwedische Botschafter ein Urfelder. Zur Geschichte Urfelds gehört auch die Zugehörigkeit zu verschiedenen Städten. Bis 1969 zählte es zum benachbarten Hersel, dann wurde es Wesseling zugeordnet. Mitte der 1970er Jahre wiederum gehörte Urfeld zu Köln. Weil sich Wesseling erfolgreich gegen die „Einverleibung“ durch die Rheinmetropole wehrte, war dies allerdings nur eine kurze Episode.

Die etwa eineinhalbstündige Rätselwanderung beginnt auf dem öffentlichen Parkplatz an der Rheinstraße. Ilse Schellschmidt, Vorsitzende des Wesselinger Vereins für Orts-und Heimatkunde, hat die Tour mit ausgearbeitet. Vom Parkplatz biegen wir links in die Rheinstraße ein. An der Kreissparkasse führt eine kleine Stichstraße zum Rhein. An deren Ende steht ein öffentliches Möbelstück (Bild 1) zum Ausruhen. Der erste Buchstabe der Bezeichnung dieses Möbels ist für das Lösungswort nötig.

Wer will, kann schon ein bisschen den Rhein genießen. Denn vorerst geht es zurück auf die Rheinstraße, in die wir wieder links abbiegen. Wir lassen die Bushaltestelle hinter uns und kommen an das Tor der Gemeinschaftsgrundschule, die bald in ein neues Gebäude umzieht. Ein Schild verrät den Namen der Schule (Bild 2) . Wir notieren uns den fünften Buchstaben dieses Worts.

Früher Weinbau

Wir wechseln die Straßenseite und gehen an der Kirche St. Thomas Apostel vorbei, die um 1400 gebaut wurde und das Urfelder Panorama entscheidend prägt. Neben der Kirche steht ein Brunnen, der mit seinen Darstellungen Aufschluss gibt über das rege Vereinsleben und die Urfelder Vergangenheit. Nicht nur der alte Wasserturm ist eingemeißelt, auch Fischereimotive und Anspielungen auf den früheren Weinanbau in Urfeld zieren das 1988 eingeweihte Kunstwerk. Denn schon für das Mittelalter lässt sich für Urfeld Weinanbau nachweisen, für den sich besonders die sonnenverwöhnten Hänge des Rheinufers eigneten. Noch heute erinnert ein Weinfest an den untergegangenen Rebenanbau. Auf der Rückseite des Brunnens wird außerdem mit einem Wort ein bedrohliches Naturereignis von 1926 erwähnt (Bild 3) . Wir benötigen den siebten Buchstaben des Worts.

Wir gehen weiter, bis nach etwa 300 Metern die Burgstraße von der Rheinstraße abzweigt. Gegenüber dieser Abzweigung steht der Domhof, ein historisches Backsteingebäude mit der Hausnummer 237 (Bild 4) . Ein kleines Schild am Gebäude zeigt das nordrhein-westfälische Wappen und ein Wort, dessen sechsten Buchstaben wir zweimal notieren. Auch der einst für das Urfelder Oberdorf bedeutende Domhof hat eine lange, mindestens 750 Jahre alte Geschichte. Jahrhundertelang gehörte er dem Domkapitel, bis er 1802 säkularisiert wurde. Auch Weinanbau gehörte einst zu den Ländereien des heute privat genutzten Domhofs.

Weite Ackerflächen

Wir verlassen die Rheinstraße und gehen rechts in die Burgstraße. Bis links eine kleine Straße namens Am Hohen Rain abzweigt. Es geht immer weiter geradeaus, bis die Straße an der Frankenstraße endet. Der Blick fällt hier auf weite Ackerflächen und einige Windräder. Für das Lösungswort ist der beigefarbene Kasten an der Kreuzung wichtig, der für gebrauchte Kleidung und Schuhe aufgestellt wurde (Bild 5) . Von der fett gedruckten Firmenbezeichnung notieren wir uns den zweiten Buchstaben.

Wir folgen der Frankenstraße in Richtung Rhein. Im Blick haben wir dabei die auffälligen roten Wohnhäuser im dänischen Stil. Am Ende der Frankenstraße kommen wir auf die Rheinstraße zurück. Wir biegen rechts ein. Nach etwa 300 Metern stoßen wir linker Hand auf ein Wegekreuz (Bild 6) mit Inschrift. Für das Lösungswort benötigen wir zweimal den zweiten Buchstaben der vierten Zeile unter dem Datum.

Vier Verbotstafeln

Wir folgen dem Schild „Zu den Schiffsanlegestellen“ und biegen links in die St.-Georg-Straße ein, die uns zum Rhein führt. Bevor wir den Leinpfad direkt am Rhein erkunden, schauen wir uns das Verkehrsschild mit den vier Hinweis- und Verbotstafeln genauer an (Bild7) . Das untere Schild richtet sich an eine bestimmte Gruppe von motorisierten Wasserliebhabern. Der zweite Buchstabe des zweiten Worts auf diesem Schild ist für das Lösungswort wichtig. Außerdem der erste Buchstabe des letzten Worts.

Wir biegen links in den Pfad direkt am Fluss ein und lassen die Anlegestelle des Ausflugdampfers „Anja“ hinter uns, die Tafel, die den Rheinkilometer 665 anzeigt und die Fußgängerrampe hinauf zur Rheinschule. Kurze Zeit später erreichen wir einen Treppenaufgang, der zurück zum Parkplatz führt. Rechts daneben sind an der Hochwassermauer untereinander zwei weitere Hinweistafeln zu sehen (Bild8) . Zum letzten Buchstaben des Lösungsworts führt uns der fünfte Buchstabe des oberen Worts, den wir aber nicht notieren, sondern den nächsten Buchstaben im Alphabet. Dann sind wir wieder an der Ausgangsposition angekommen.

In die richtige Reihenfolge gebracht, ergeben die Buchstaben ein Lösungswort, das einen wichtigen Broterwerb in Urfeld bezeichnet.

Die Wanderroute ist rund drei Kilometer lang und lässt sich in eineinhalb Stunden gut bewältigen. Einkehrmöglichkeiten finden sich am Wegesrand. Auch mit dem Fahrrad ist die Strecke leicht zu schaffen, am Ende sind einige Treppenstufen zu überwinden.

Erster Preis unserer Rätselwanderung sind Eintrittskarten für die Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen (zwei Erwachsene, zwei Kinder). Der zweite Preis ist der Roman „Limit“ von Frank Schätzing, der dritte das Buch „Wie wir ticken“ von Till Roenneberg. Der Gewinner des vierten Preises bekommt die Blue-ray-Disk „This is it“ von Michael Jackson. Der fünfte Preis ist der Kriminalroman „Fünf Millionen Lösegeld“ von Thomas Kreidenbach.

Das Lösungswort senden Sie bitte an den „Kölner Stadt-Anzeiger“ Hauptstraße 19-21, 50226 Frechen, Fax: 02234 / 183720,

E-Mail: redaktion.rhein-erft@ksta.de. Einsendeschluss ist Montag, 14. Juni.



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