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WM 2010

Shakira schwingt die Hüften

Von Kathrin Gemein, 08.06.10, 14:55h, aktualisiert 08.06.10, 16:08h

Kolumbiens Starsängerin Shakira singt den offiziellen Titelsong zur Fußball-WM. In den deutschen Charts ist die 33-Jährige mit „Waka Waka“ bereits auf Platz 4 angelangt. Shakiras Weg zur Ikone war holprig. Privat liebt sie extrem schlechte Filme.

Shakira live
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Shakiras Gruß an unsere WM-Jungs: "Ihr habt ein tolles Team. Ich wünsche euch beim Turnier viel Erfolg". (Bild: Reuters)
Shakira live
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Shakiras Gruß an unsere WM-Jungs: "Ihr habt ein tolles Team. Ich wünsche euch beim Turnier viel Erfolg". (Bild: Reuters)
Die Nachricht ging am Dienstag um alle Welt: Zu seiner Langstreckenpremiere konnte der erste Airbus 380 der Lufthansa erst mit einer halben Stunde Verspätung in Richtung Südafrika abheben. Zwar waren die DFB-Auswahl für die Fußball-Meistermeisterschaft plus ausgewählte Fans und Journalisten pünktlich an Bord, doch fehlten genau 1,57 Meter, um starten zu dürfen: Überraschungsgast Shakira, von Assistent Hansi Flick dem Bundestrainer Joachim Löw als „Sängerin moderner Popmusik“ angekündigt, ließ infolge einer anderen Flugverspätung auf sich warten.

Die Kolumbianerin stellt den offiziellen Titelsong zur Fußball-Weltmeisterschaft: „Waka Waka (This Time for Africa)“ hat die 33-Jährige mit der südafrikanischen Band Freshlyground aufgenommen und ist damit in den deutschen Charts auf Platz 4 angelangt - wo sie gegen Fußball-Hymnen von Oliver Pocher, K´naan oder Thomas Godoj ankämpft. Von den Einnahmen will der Weltfußballverband Fifa 20 Fußballzentren auf dem afrikanischen Kontinent bauen. Das Lied wird bei der Abschlussfeier am 11. Juli in Johannesburg präsentiert. Shakira hatte bereits den Titelsong für die vergangene WM geliefert: „Hips don't lie“ („Hüften lügen nicht“), gemeinsam mit Wyclef Jean gesungen, war zugleich auch der erfolgreichste Song des Jahres 2006. Und außerdem quasi der Soundtrack zu Shakiras Erkennungsmerkmal Nummer eins: dem prägnanten Hüftschwung, der so zu Shakira gehört wie der Kugel-Popo zu Jennifer Lopez oder das Muttermal zu Marilyn Monroe.

Ihr Weg zur Ikone war erstmal holprig: Die Sängerin kommt am 2. Februar als Shakira Isabel Mebarak Ripoll im kolumbianischen Barranquilla auf die Welt. Sie veröffentlicht als 14-Jährige ihr Debütalbum „Magia“, zwei Jahre später „Peligro“, beiden bleibt ein kommerzieller Erfolg verwehrt. Mit 18, mittlerweile einen Schulabschluss in der Tasche, startet sie mit ihrem dritten Album „Pies Descalzos“ komplett durch - insgesamt werden fünf Millionen Exemplare verkauft. 2001 bringt Shakira schließlich, mit Hilfe Gloria Estafans, ihr erstes englischsprachiges Album heraus: „Laundry Service“ bedeutet mit über 13 Millionen Exemplaren den internationalen Durchbruch für die Sängerin. Alleine in Deutschland erhielt sie sechzehn Mal Gold und sechs Mal Platin.

Einen der Höhepunkte ihrer Musikkarriere erlebt sie als 30-Jährige durch eine Kooperation mit einem renommierten Landsmann: So wählt Literatur-Nobelpreisträger Gabriel García Márquez sie als Titelmusik-Komponistin für die Verfilmung seines Bestsellers „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ aus. Und schreibt hymnisch über sie: „Shakiras Musik hat eine persönliche Note, die keiner anderen gleicht. Niemand kann singen und tanzen wie sie, in jedem Alter, mit solcher unschuldigen Sinnlichkeit, die ihre eigene Erfindung zu sein scheint.“

Einsatz für Soziales

Shakira, die mit Antonio de la Rúa, dem Sohn des ehemaligen argentinischen Staatspräsidenten Fernando de la Rúa, liiert ist, setzt sich neben ihrer Musik auch sozial ein: So gründete sie die „Fundación Pies Descalzos“ (Stiftung Barfuß) zugunsten kolumbianischer Kinder und spendet regelmäßig Bildungs- und Umweltschutzprojekten. 2003 wurde sie zur Unicef-Sonderbotschafterin ernannt. Auch steht sie in persönlichem Kontakt mit Barack Obama, um mit dem US-Präsidenten über Kinderpolitik in den Vereinigten Staaten zu diskutieren.

In ihrer Freizeit hat es die Sängerin dann doch lieber banal, wie sie zuletzt in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ bekannte: „Das Leben ist schon so wirklich komplex und intensiv. Ich weiß, dass in meinem Leben Dinge passieren werden, von denen ich jetzt noch gar nicht weiß, ob ich damit umgehen kann.“ Weshalb sie bei der Auswahl des Fernsehprogramms auch gerne ganz tief in die Kitsch-Kiste greife: „Ich schaue auch gern richtig schlechte Filme, die schlimmsten, die ich nur finden kann.“



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