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Flair

Ein Marktplatz in der Innenstadt

Von Kathrin Gemein, 10.06.10, 19:18h, aktualisiert 10.06.10, 22:27h

Am Brüsseler Platz verbindet sich kleinstädtisches Gefühl mit großstädtischem Anstrich.

Köln - Unter freiem Himmel sitzen. Das Stimmengewirr genießen. Sich nicht mehr unbedingt in Köln, sondern irgendwo im Süden wähnen: Die perfekte Kulisse für einen Sommerabend in der Innenstadt. Kleine Mäuerchen und Bänke bieten Sitzmöglichkeiten, eine preiswerte Ergänzung zu Biergärten und Außengastronomie. Der durchschnittliche Besucher ist Ende 20. Viele Studenten, Berufsanfänger, Leute, die hier arbeiten und leben. Ihnen geht es nicht darum, sich zu betrinken oder zu feiern. Die meisten haben nun mal keinen Balkon oder Garten und wollen einfach an die frische Luft, gemütlich zusammen sitzen, quatschen, Leute beobachten, Leute treffen. In der Innenstadt gibt es dafür nicht all zu viele Möglichkeiten: Ringe und Friesenstraße sind von einem anderen Publikum gebucht, die Einkaufsstraßen nicht gerade anheimelnd. Der Aachener Weiher, der abends zudem schnell abkühlt, liegt etwas abseits. Der „Brüsseler“ hingegen liegt eben mitten im Belgischen Viertel, umgeben von Bars und Clubs.

Dazu kommt eine hübsche Marktplatzatmosphäre. „Lass uns doch erst mal am Brüsseler treffen“, ist eine Standard-SMS, die an Sommerabenden wohl zuhauf verschickt wird. Aber es reicht oft einfach, vorbeizuschlendern, sich ein schönes Plätzchen zu suchen und Ausschau zu halten - irgend ein Bekannter, Freund oder Arbeitskollege kommt bestimmt vorbei. Ein kleinstädtisches Gefühl mit großstädtischem Anstrich. Weil alle hierhin kommen, kommen alle hierhin. Und es werden immer mehr. Dass sich mittlerweile immer mehr krakeelende Grüppchen dazwischenmogeln, die ihren Müll liegenlassen oder die Blumenbeete als Toilette benutzen, ist ärgerlich. Denn so wird ein falsches Licht auf jene geworfen, die in Gesellschaft einen der schönsten Orte der Stadt genießen. Und sich eigentlich von dieser Art lärmender, betrunkener Feierhorden abgrenzen wollen.



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