Von Reiner Züll, 11.06.10, 18:38h
Nachdem Frederik am Mittwochabend in der RTL-Sendung „Stern TV“ Studiogast bei Star-Moderator Günther Jauch war, kennen Millionen von Fernsehzuschauern die Sorgen und Ängste des Jungen und seiner Eltern Bernd und Sabine Walber. Seit drei Jahren wartet die Familie aus Sötenich auf eine Spenderniere für den 13-Jährigen.
Unmittelbar nach der Sendung erfuhr die Familie auf der Internetseite von „Stern TV“ großen Zuspruch der Zuschauer. Ein Fußballfan vom Niederrhein lud Frederik spontan zu einem Spiel Borussia Mönchengladbachs ein, nachdem er im Beitrag die Gladbach-Bettwäsche des Jungen gesehen hatte. Andere betroffene Eltern, die das gleiche Schicksal erlebt und ein Spendenorgan gefunden hatten, machten der Familie Mut.
Mit in der Runde bei Günther Jauch saß auch der Kölner Professor Bernd Hoppe vom Zentrum für Heilkunde an der Uni-Klinik in Köln. Hoppe, der Spezialist für Nierenkrankheiten ist, rief dazu auf, die Werbung für Organspenden offensiver zu betreiben. Zu viele Menschen müssten zu lange auf eine Spenderniere warten.
Professor Hoppe, bei dem Frederik Walber in Behandlung ist, hatte auch den Kontakt zwischen „Stern TV“ und der Familie aus Sötenich hergestellt. Ursprünglich war Frederik im Vorfeld des Tages der Organspende am 5. Juni schon in die Sendung am Mittwoch, 2. Juni, eingeladen worden. „Doch wegen des Rücktritts von Bundespräsident Horst Köhler wurde Frederiks Auftritt am späten Dienstagabend abgeblasen und um eine Woche verschoben“, berichtete Sabine Walber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ nach der Sendung.
Souveräner Auftritt„Der Junge hat sich ganz toll auf das Zusammentreffen mit dem Promi Günther Jauch gefreut“, so Frederiks Mutter. Während sie und ihr Mann total nervös gewesen seien, habe der 13-Jährige seinen Auftritt vor laufenden Fernsehkameras souverän und profihaft gemeistert. Die Fernsehzuschauer erlebten den Jungen trotz seiner schweren Krankheit als aufgeweckten und lebenslustigen Fußballfan.
Der Junge und seine Eltern beschrieben bei „Stern TV“ den Tagesablauf, der durch Frederiks Nierenleiden und die täglich erforderliche, elfstündige Bauchfelldialyse bestimmt wird. Verreisen ist fast unmöglich, und auch die Urlaube verbringen Walbers zuhause. „Wir sind dennoch zufrieden und geben die Hoffnung nicht auf, bald eine Spenderniere zu finden“, so Sabine Walber am Donnerstag.
Wie die Mutter dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete, kam ihr Sohn mit nur einer Niere zur Welt. Schon bald stellte sich in der Kölner Uniklinik heraus, dass das Organ nicht richtig arbeitete. Mit sieben Monaten, so Sabine Walber, wurde Frederik erstmals an ein Dialysegerät angeschlossen, es folgte das lange Warten auf eine Spenderniere. Nach zweieinhalb langen Jahren bekam der Dreijährige schließlich die Niere eines Erwachsenen.
Dass es die eines Motorradfahrers war, erfuhren Frederiks Eltern im Transplantationszentrum in Hannover, wo der Junge die Niere eingepflanzt bekam. Nach vier Wochen durfte Frederik wieder nach Hause, ging wie alle anderen Kinder zur Schule und zum Sport.
Sieben Jahre später dann der herbe Rückschlag, als der Körper die Niere wieder abstieß. Seit drei Jahren ist der Junge nun wieder auf die Blutwäsche durch das Dialysegerät angewiesen, um überleben zu können. Elf Stunden täglich muss er an das Gerät angeschlossen sein. Wie Sabine Walber berichtet, geschieht das immer nachts, so dass der 13-Jährige in der Schule und beim Spielen einen halbwegs normalen Tagesablauf hat. Dazu gehört auch das tägliche Warten auf eine erlösende Nachricht aus der Kölner Uni-Klinik, dass eine Spenderniere für Frederik gefunden ist.
Millionen Fernsehzuschauer haben dem Jungen am Mittwochabend die Daumen gedrückt, dass das Warten bald ein Ende hat. Günter Jauch packte als Trostpflaster noch einen drauf: Er schenkte dem Sötenicher Fußballfan einen originalen Weltmeisterschaftsball und eine schwarz-rot-gold lackierte Vuvuzela.
Weil Frederik in der Nacht nach der Sendung zuhause direkt wieder an die Dialyse musste, brauchte er am Donnerstagmorgen erst zur Pause in der Kaller Hauptschule zum Unterricht erscheinen. Dort stand er natürlich im Mittelpunkt: In seiner Klasse musste er von seinem Besuch am späten Abend bei Günther Jauch berichten.
„Sein bester Freund Armed Oenen hatte abends sogar länger aufbleiben dürfen, um die Sendung mit Frederik sehen zu können“, berichtete Sabine Walber. Die wünscht sich jetzt, dass viele Menschern aufgerüttelt worden sind und sich als Organspender zur Verfügung stellen.
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