Von Julia Hohenadel, 16.06.10, 10:10h
Erinnerungen an früher, ob glücklich oder nicht, sind kostbar. Nicht nur das Spiel mit den Blumenkarten soll die Gedanken wieder hervorlocken, soll verschüttetes Wissen freilegen. Im Altenzentrum Helenenstift, in dem Thea Werner und Helene Marthen leben, ist man bemüht, die überaus reichen Erfahrungsschätze der Bewohner zu heben. Auch an der derzeit laufenden „Demenz-Woche“ beteiligt sich die Einrichtung an der Bonner Straße. Mit einem so genannten Gedächtnisparcours wollen die Verantwortlichen den Geist der Teilnehmer wachrütteln. „Wir haben mehr als 20 verschiedene Tische mit Stationen zum Fühlen, zum Sehen, Riechen und Schmecken“, erklärt Gertrud Leitner vom Sozialen Dienst.
Die Sinne sollen auf alle Arten angeregt werden: „Fühlkissen“ mit unbekanntem Inhalt, Holzkreisel, Spielkarten, Schokoladenkekse. Großer Beliebtheit erfreuen sich die gemeinsamen Kegelrunden und das Hantieren mit vertrauten Gegenständen: Frisch gewaschene Wäsche. Haushaltswaagen. Schmirgelpapier. Es sind Tore zur Vergangenheit für die Senioren. Chef Uwe Bäumer weiß um ihre Bedeutung: „Erinnerungen machen die Persönlichkeit aus. Sie bedeuten Wissen, Wertschätzung, Eigenständigkeit“, erklärt der Leiter des Sozialen Dienstes. Deshalb sei es durchaus wichtig, dass die Übungen nicht wie Kinderspiele daherkämen. „Die Menschen wollen ernstgenommen werden.“ Und: Der Gedächtnisparcours ist nicht nur „für Alte“: Jedermann darf ihn besuchen und die eigene Wahrnehmung testen. Geöffnet ist er heute von 10 bis 12 und von 14.30 bis 17 Uhr im Geistinger Helenenstift, Bonner Straße 93.
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