Von Gudrun Klinkhammer, 24.06.10, 10:39h
Der 19-jährige Praktikant berichtet, dass er von Kall nach Euskirchen mit dem Zug unterwegs war und kein Ticket gelöst hatte. Ricardo Blumenstock: „Die Tickets sind teuer und die Kontrollen selten.“
In Satzvey kam auf dieser Fahrt dann doch ein Kontrolleur auf ihn zu und fragte nach dem Fahrschein. Blumenstock gab sein Vergehen zu und kassierte einsichtig eine „Knolle“ über 40 Euro. Diese bezahlte er umgehend in voller Höhe. Damit war für ihn der Fall abgehakt, „schwarzgefahren“ ist er seither nicht mehr.
Einige Zeit später fischte er allerdings einen Brief von der Bundespolizei aus seinem Briefkasten. Darin wurde er umgehend um Rückmeldung auf einer Aachener Wache wegen Schwarzfahrerei gebeten. Zudem erhielt er die Information, dass gegen ihn ein Verfahren eingeleitet worden sei.
Mit dem Auto fuhr Ricardo Blumenstock dann auf eigene Kosten nach Aachen zur Bundespolizei. Die Beamten stellten fest, dass alles in bester Ordnung ist, wunderten sich ein wenig und schickten Blumenstock wieder heim. Der Herhahner hatte mit dieser Aktion nicht nur unnötig Spritkosten vergeudet, sondern auch noch einen halben Arbeitstag. Nach diesem merkwürdigen Ausflug in die ehemalige Kaiserstadt hakte er den Fall ein zweites Mal ab.
Bis er eines Tages wieder in seinen Briefkasten guckte. Mit Datum vom 19. Mai 2010 und einem langen Aktenzeichen im Vermerk hatte ihm die Bundesbahn eine ordnungsgemäß frankierte Mahnung geschrieben. Der Wortlaut: „Sehr geehrter Herr Blumenstock, wir sind mit der Stundung der Forderung einverstanden. Den Eingang der Gesamtforderung in Höhe von 0,00 Euro erwarten wir bis zum 1. Juni 2010.“ Ricardo Blumenstock war platt. Er nahm das Schreiben an sich und wusste nicht mehr, was er denken sollte.
Doch die Bahn ist zäh und unbeirrbar. Vor einigen Tagen erreichte den „alten“ Schwarzfahrer erneut ein ordentlich frankiertes Schreiben samt Zahlschein. Im Schreiben wurde eine Restforderung von 0,00 Euro angemahnt und bei Verzug damit gedroht, die Akte an ein Inkassoinstitut weiterzugeben.
Nun überlegt Ricardo Blumenstock, was in solch einem Fall zu tun ist. Er könnte bei der Bahn anrufen und sich durch wahrscheinlich endlos lange, computergesteuerte Telefonwarteschleifen kämpfen. Vielleicht kann man aber auch null Euro überweisen? Blumenstock: „Oder ich warte auf den Inkasso-Vollstrecker an meiner Tür und schaue mir mal an, wie der eine Gesamtsumme von null Euro eintreibt.“
Forderung der Null auch im Denksport
03.07.2010 | 15.18 Uhr | Schuster
Da die Bahn nun bloß ihr Recht ausübt,
eine Null-Rechnung einzutreiben,
muss man allen Kritikern vor dem Grundgesetz
endlich erklären, dass alle…
Bundesbahn
25.06.2010 | 13.34 Uhr | Millard
Wenn hier wirklich die "Bundesbahn" noch eine Rechnung verschickt hat, kann es sich nur um einen Streich handeln, die Bundesbahn gibt es nämlich…
Journalismus zum Schämen
25.06.2010 | 11.57 Uhr | eifelfrau
Hat die Redaktion des Stadtanzeigers kein juristisches und moralisches Unrechtsempfinden mehr?
Da fährt ein junger Mann, offensichtlich häufiger…
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