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Gasaustritt

Gasalarm an Schule in Leichlingen

Erstellt 26.05.10, 09:20h, aktualisiert 27.05.10, 09:07h

In der Förderschule für Körperbehinderte an der Neukirchener Straße ist am Mittwoch Chlorgas ausgetreten. Die gesamte Feuerwehr in Leichlingen musste alarmiert werden. Die Schule wurde geräumt.

Chlorgas-Alarm
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Die Chlorgasflasche wird von der Feuerwehr geborgen. (Bild: Britta Berg)
Chlorgas-Alarm
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Die Chlorgasflasche wird von der Feuerwehr geborgen. (Bild: Britta Berg)
Leichlingen - Ein unglaublicher Zufall: Nur vier Tage nach der großen Chlorgasübung der Leichlinger Feuerwehr im Freibad ist am Mittwochmorgen tatsächlich - nach Jahrzehnten erstmals - genau jener Ernstfall eingetreten: Gegen 8.45 Uhr löste die automatische Warnanlage in der Körperbehindertenschule an der Neukirchener Straße Alarm aus, weil im Schwimmbad der Schule eine erhöhte Chlorgaskonzentration gemessen worden ist. Der Großeinsatz, der folgte, glich exakt dem Szenario des Probealarms von Samstag - nur dass es zu keinem Brand kam und gottlob niemand verletzt wurde.

Von der Evakuierung der Räume über das Anlegen der astronautenähnlichen Schutzanzüge bis zur Bergung der Gasflasche in einem speziellen Metallfass aus dem Chempark Leverkusen ähnelte der echte Einsatz dem Ablauf der Übung dermaßen, dass auch die Feuerwehrleute es kaum glauben konnten. „Einige dachten im ersten Augenblick, dass es sich um eine weitere Übung handelt, doch diesmal war es real“, sagte Feuerwehrchef Horst Schmidtberg, der den Einsatz leitete.

Zu dem Alarm kam es etwa zwei Stunden, nachdem Hausmeister Wolfgang Kinnen im Technikraum des Therapiebades der Schule eine leere Gasflasche gegen eine frische 65-Kilo-Röhre ausgewechselt hatte. Das macht er mehrfach im Jahr, und bisher hat es damit auch nie ein Problem gegeben. Was gestern passiert ist, konnte noch nicht restlos aufgeklärt werden. Möglicherweise war ein Haarriss in einem Schlauch oder ein Defekt am Ventil die Ursache dafür, dass die Warnanlage anschlug. Die Feuerwehr konnte allerdings keinen akuten Chloraustritt feststellen. Sie baute dennoch vorsichtshalber rundum einen Ring aus Hohlstrahlrohren und mobilem Wasserwerfer auf, um das möglicherweise entweichende, hochgiftige Gas mit einer Berieselung niederschlagen zu können.

Als die Sirene im Verwaltungstrakt heulte, saß Schulleiterin Kathrin Reinartz-Nebe noch auf der Fahrt zur Arbeit im Auto. Schockiert sah sie, wie immer mehr Feuerwehrautos und Streifenwagen neben ihr zur Neukirchener Straße rasten und ihre Schule ansteuerten, die bereits von allen Seiten von Blaulichtern umzingelt war. Da hatten Konrektor Karl Renn und der Sicherheitsbeauftragte des Lehrerkollegiums, Dirk Karp, bereits mit großer Besonnenheit den für diesen Fall gültigen Evakuierungsplan in Gang gesetzt. In Absprache mit der Feuerwehr wurden alle Kinder und Jugendlichen im

C-Trakt der Schule hinter verschlossenen Fenstern und Türen in Sicherheit gebracht. Die Räumung geschah routiniert und in aller Ruhe. Es gab weder Verletzte noch Panikreaktionen unter den behinderten Kindern und Jugendlichen der Förderschule des Landschaftsverbandes. Im Hallenbad waren zu diesem Zeitpunkt keine Schüler im Wasser. Eine Gruppe, die gestern zu einer Klassenfahrt aufbrach, konnte gerade noch rechtzeitig vom Hof rollen, bevor die Sirene ging.

Der von der Kreisleitstelle ausgelöste Gefahrgut-Alarm der höchsten Stufe 4 setzte alle vier Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr in Gang, den Rettungsdienst des Kreises, Sanitäter des DRK-Ortsvereins und Vertreter des Ordnungsamtes. Die Polizei sperrte die Neukirchener Straße zwischen der Alten Holzer Straße und dem Kreisverkehr Germaniabad für den Verkehr zunächst komplett. Auch Linienbusse mussten eine Umleitung fahren. In den roten Chemikalienschutz-Anzügen, in denen sie auch am Samstag bei der Übung geschwitzt hatten, betraten Feuerwehrleute den Chlorraum und sicherten die verdächtige Gasflasche.

Nachdem die Werksfeuerwehr aus dem Chempark in Leverkusen eingetroffen war und den 300 Kilogramm schweren Bergungsbehälter abgeladen hatte, konnte die Chlorbombe abtransportiert werden. Sie wird ebenso auf mögliche Schäden untersucht wie die Anlagen des Schulschwimmbads, die vor Wiederinbetriebnahme durch eine Fachfirma gewartet werden müssen.

Stadtbrandinspektor Schmidtberg sieht nach diesem Vorfall den Nutzen von Katastrophen-Übungen nachdrücklich bestätigt: „Alle wussten sehr genau, wie die Gefahr zu beseitigen war, alle Maßnahmen wurden sofort richtig umgesetzt, und alle Handgriffe saßen. Eine bessere Sicherheit für die Einsatzkräfte kann es nicht geben.“



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