Von Helmut Frangenberg, 09.06.10, 12:49h, aktualisiert 13.09.10, 11:41h
Tausende applaudierten. Die Stimmung bei der Kundgebung der Initiative „Kölner gestalten Zukunft“ war trotz strahlenden Wetters gereizt. Das Vertrauen in die neue Stadtspitze scheint aufgebraucht. „Herr Roters, wir nehmen Sie beim Wort“, stand auf einem Transparent. Der sozialdemokratische Oberbürgermeister hatte sich vor und nach der Wahl klar dazu geäußert, keine sozialen Strukturen zu zerschlagen. Nicht wenige vertrauen offensichtlich dieser Ankündigung nicht mehr.
Unzählige Initiativen, Künstler und Musiker machten auf der Bühne vor dem Dom ihrem Ärger Luft. Auch mancher städtische Bediensteter wurde gesichtet. Soziale Einrichtungen, Kindertagesstätten, Grundschuleltern, Schulsozialarbeiter, Jugendzentren, das Kölner Bündnis für Familien, Seniorengruppen, Stadtschulpflegschaft und Initiativen aus der Jugendhilfe sowie dem Bereich Integration waren dem Aufruf der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände gefolgt - eine machtvolle Demonstration für den Erhalt sozialer Strukturen in Köln. Die Veranstalter sprachen von 8000 Teilnehmern.
„Sparen ja, aber es muss Sinn machen“, forderte die Vorsitzende des Katholikenausschusses, Hannelore Bartscherer, die für den „Runden Tisch für Integration“ sprach. „Es darf nicht auf dem Rücken der schwächsten gesellschaftlichen Gruppen gespart werden.“ Was gemeint ist, machte ein Kölner Obdachloser deutlich, der wortlos hinter Bartscherer ein Protestplakat hochhielt. Seine Notschlafstelle hat nur noch fünf Tage die Woche geöffnet. Zwei Tage soll er draußen schlafen. Jugendliche aus dem Jugendzentrums Lino-Club berichteten exemplarisch vom Angebot in einem sozial schwierigen Stadtteil; junge Migranten erzählten, wie ihnen der Verein „Coach“ beim Übergang in den Beruf hilft. „In diesen Bereichen zu kürzen, wäre gefährlich für Köln“, sagte Lino-Club Geschäftsführer Hans-Josef Saxler. Wenn Angebote eingestellt werden müssten, stünden Jugendliche auf der Straße. „Die Zukunft der Stadt wird verspielt.“
Land und Bund wurden ebenfalls scharf kritisiert. Ein „Rettungsschirm“ für Not leidende Kommunen wurde gefordert, das aktuelle Sparpaket der Bundesregierung als unsozial bezeichnet. „Gleiches Recht für alle!“, forderte Volland-Dörmann. „Nicht nur für Banken, Autokonzerne und Warenhäuser!“
Altruismus - Nein danke
11.06.2010 | 10.54 Uhr | Demonstrationskritisch
Nein, als Sozialarbeiter bin ich nicht aus Altruismus mitgegangen zur Demo ! Ja, habe ich auch ein Interesse, dass mein Arbeitsplatz sicher bleibt.…
aufgepasst !
10.06.2010 | 14.55 Uhr | hpbaxter
Aus Altruismus geht keiner auf die Strasse, ich möchte mal wissen wieviele von den Demonstranten ein bequemes Pöstelchen innehaben.…
Seit wann werden Sozialarbeiterinnen gut bezahlt, Nutellus?
10.06.2010 | 14.54 Uhr | weiberbande
Ich war als Klientin mit etlichen Sozialarbeiterinnen des Sozialdienst katholischer Frauen Köln e.V. bei der Demonstration.
Wenn jemand meint, wie…
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