Erstellt 10.06.10, 13:51h
Jetzt gibt es auf diese Frage eine Antwort: Der 28-jährige Stefan Stein aus Hagen bei Dortmund bietet unter dem Namen „Neoguard2010“ ein Programm an, das Eltern helfen soll, ihre Kinder vor jugendgefährdenden Inhalten zu schützen. In eine Maske geben die Erziehungsberechtigten das Alter des Kindes ein, das den Computer verwendet. Anschließend scannt die Software den Rechner und zeigt die auf dem Computer installierten Spiele an, die nicht für dieses Alter freigegeben sind. Dann können die Eltern - am besten nach einem Gespräch mit den Kindern - entscheiden, ob sie das gefundene Spiel löschen wollen.
Stefan Stein ist selbst aktiver Computerspieler und verteufelt umstrittene Ego-Shooter wie Counterstrike nicht grundsätzlich - sofern die Altersbeschränkung eingehalten wird. Denn: „Es kann nicht sein, dass ein zwölfjähriger Schüler Spiele wie 'Grand Theft Auto' spielt, in dem man Prostituierte überfallen kann. Solch ein Inhalt gehört nicht in Kinderhände“, sagt der ausgebildete Systemintegrator Stein.
Um einen geregelten Umgang mit Computerspielen zu ermöglichen, greift die Software auf eine Datenbank zurück, die monatlich mit den neuesten auf dem Markt erschienen Spielen aktualisiert wird. In ihr sind derzeit 600 Spiele eingetragen. Die Datenbank orientiert sich an den Richtlinien der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle). Die USK vergibt verschiedene Altersfreigaben, die gesetzlich bindend sind.
Noch gefährlicher als nicht altersgemäße Spiele sind für Computer-Kids die sogenannten „Filesharing-Programme", mit denen Daten per Internet von Computer zu Computer kopiert werden können. Denn in diesen Tauschbörsen befinden sich Spiele, die in Deutschland verboten sind, weil in ihnen Menschen zersägt oder Frauen in U-Bahnen vergewaltigt werden. Stefan Steins Software durchforstet den Computer auch nach solchen Programmen, Filmen und Bildern.
Müde und aggressiv
Drei Jahre Arbeit und knapp 100.000 Euro Privatkapital stecken in „Neoguard 2010". Die Idee für ein solches Programm hatte Stefan Steins Mutter. „Erfinde doch mal was!", forderte sie ihren Sohn Stefan auf. Und tatsächlich, ihr Sohn machte sich ans Werk, unterstützt von der ganzen Familie.
Tagtäglich erlebt die Diplom-Sozialpädagogin Ingold Stein in ihrer Arbeit an einer Hauptschule, wie virtuelle Computerspiele die reale Welt der Schüler beeinflussen: "Manche Jungs kommen nach dem Wochenende müde und aggressiv in die Schule, weil sie stundenlang gezockt haben", berichtet sie. "Dieser Müll kann doch nicht gut sein auf Dauer."
Der 24-jährige Bruder Christian klügelt ein Online-Shop-System für den Vertrieb des Programms aus und kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Vater Stein, der Gymnasiallehrer ist, unterstützt das Software-Projekt seines Sohnes finanziell, Mutter Stein motiviert und begleitet die Entwicklung des Programmes, indem sie ihre Schüler anonym über ihr Spieleverhalten befragt.
Weltweit einmalig
Auch das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden unterstützt „Neoguard2010": "Das Programm ist die einzige Möglichkeit, dagegen vorzugehen, dass die meisten altersindizierten Spiele nicht gekauft, sondern aus dem Internet heruntergeladen werden", sagt Gisela Mayer, Sprecherin des Aktionsbündnisses. "Es kann nicht angehen, dass wir die uns anvertrauten jungen Menschen zwar vor Alkohol und Drogen schützen, gleichzeitig aber erlauben und befördern, dass ihr Denken aus kommerziellen Gründen zugemüllt wird und sie nachhaltig Schaden nehmen."
Bisher ist die Software laut Stefan Stein weltweit einmalig. Doch sie hat einen Haken: Sie findet nur die Spiele, die in der Datenbank gespeichert sind. Das sind zwar mehr als 90 Prozent, aber eben nicht alle. Deshalb betont Stefan Stein: "Unser Programm ist kein Allheilmittel. Wir können keinen verantwortungsvollen Umgang mit dem Computer ersetzen." (kna)
Informationen: Broschüre und Links
Fünf Tipps: So verhalten sich Eltern richtig
Videospiele: Kindgerechte Software für die Konsole
kostenlos gehts auch mit Windows
10.06.2010 | 20.31 Uhr | DikpotCheny
dieses Amateur Tool das hier gehyptet wird. hat eine List der Spiele die als Datei einfach Löschbar ist bzw wenn die Namen des Spiel geändert werden…
schreckliche Spiele
10.06.2010 | 20.30 Uhr | Lhinda
Einfach schlimm, was für Spiele entwickelt und angeboten werden.
leider zu spät
10.06.2010 | 18.02 Uhr | westerwaldtom
Leider kommt diese Software zu spät. Die Entwicklung ist schon
wieder einen Schritt weiter. Auf den meisten PC´s unserer Kinder
gibt es nichts mehr…
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