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Klosterbetriebe

Dunkle Wolken über dem Michaelsberg

Von Ariane Fries und Ralf Rohrmoser-von Glasow, 25.06.10, 01:07h, aktualisiert 25.06.10, 11:40h

Die „Abtei-Stuben“ und die klösterliche Buch- und Kunsthandlung sollen geschlossen werden. Mit erstaunlicher Offenheit räumt die Klostergemeinschaft Fehler ein.

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Die Benediktiner-Abtei schließt das Restaurant und die Buchhandlung. 15 Angestellte werden entlassen.
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Die Benediktiner-Abtei schließt das Restaurant und die Buchhandlung. 15 Angestellte werden entlassen.
Siegburg - „Es ist ein schwerer Schlag für die Abtei.“ Pater Albert Altenähr ist als Delegierter des Abt-Präses Bruno Marin in Rom derzeit Leiter der Benediktinerabtei auf dem Michaelsberg. Er war von der Abtei Kornelimünster in die Kreisstadt gekommen, um harte Entscheidungen zu verkünden.

„Die Mitarbeiter ahnten, dass Schwieriges auf sie zukommen wird“, beschrieb er im Gespräch mit dem „Rhein-Sieg-Anzeiger“ erste Eindrücke aus der Betriebsversammlung von gestern. „Es war ein schwieriger Schritt, die Erkenntnis zu haben und sie dann umsetzen zu müssen“, ergänzte Pater Albert. „Dies ist der Anfang vom Versuch, die Abtei wieder in Gang zu setzen.“

Demnach sollen zwei klösterliche Wirtschaftsbetriebe geschlossen werden. 15 Mitarbeiter haben bereits die Kündigung erhalten, zwei weitere gehen in Rente. Das traditionsreiche Hotel-Restaurant „Abtei-Stuben“ wird ebenso dicht gemacht wie die klösterliche Buch- und Kunsthandlung.

Im Jugendgästehaus Sankt Maurus dagegen soll es „strukturelle Veränderungen“ geben, die derzeit allerdings noch nicht näher beschrieben werden. Der Siegburger „Abtei-Liqueur“, so heißt es, werde weiter hergestellt - und mehr noch: Die Produktion soll sogar ausgebaut werden.

Mit erstaunlicher Offenheit räumt die Klostergemeinschaft Fehler ein. Sie hatte die Wirtschaftsbetriebe aufgebaut, „um den Erhalt des Klosters zu sichern“, wie Pater Christian Dieckmann, der das Tagesgeschäft organisiert, betonte. „Das wirtschaftliche Umfeld, in das die Abtei eingebunden ist, hat sich aber im Laufe der Zeit verändert. Leider wurden einige Entwicklungen zu spät erkannt. Dies müssen wir jetzt korrigieren.“ Aus Kreisen der Belegschaft war indes zu hören, dass es seit Abt Raphaels Weggang Missstimmungen gegeben habe. Die Entscheidungen für die Einschnitte seien hinter verschlossenen Türen gefallen, ohne eine Spur von Transparenz. Der Umgang mit Mitarbeitern sei alles andere als „christlich“ gewesen.

Das Wahrzeichen der Kreisstadt ist eine riesige Immobilie. Rund 600 Fenster und mehrere tausend Quadratmeter Dachfläche müssten saniert werden. Lediglich 13 Brüder leben derzeit auf dem Berg. „Es gibt noch keine definitive Antwort auf die Frage, wie es weitergeht“, so Pater Albert. „Unser Ziel ist es, aber die Abtei als lebendige Gemeinschaft in die Zukunft zu führen.“ Vielleicht werde das Kloster verkleinert, sagt der Pater.

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