Von Norbert Ramme, 28.06.10, 10:32h
Die Hauptschule an der Hachenburger Straße in Humboldt-Gremberg soll mit dem kommenden Schuljahr endgültig den Betrieb einstellen, die Hauptschule Albermannstraße in Kalk wird mit den Sommerferien 2012 dicht gemacht. Beckmann: „Das ist so auch schon mit den jeweiligen Schulkonferenzen, den Eltern und den Lehrern abgestimmt. Die hatten sich das Ende ihrer Schulen »kurz und schmerzlos« gewünscht.“
Die derzeitigen Schüler dieser beiden Hauptschulen sollen auf die drei anderen Hauptschulen im Kalker Stadtbezirk - Falckensteinstraße (Kalk), Nürnberger Straße (Höhenberg) und Kurt-Tucholsky-Schule (Neubrück) - aufgeteilt werden. Möglich sei auch, so Beckmann, ein Wechsel zur Ferdinandstraße nach Deutz.
Der Umzug ganzer Klassen wird nur in Einzelfällen möglich sein - so bei den beiden benachbarten Schulen Albermannstraße und Falkensteinstraße. Diese Klassen könnten übergangsweise vielleicht sogar noch kurzzeitig in den alten Räumen bleiben. Beckmann: „Allerdings soll das Gebäude Albermannstraße abgemietet werden. Das Haus ist marode, doch die dringend notwendige Sanierung lohnt sich nicht mehr.“ Da wäre ein Abbruch und ein anschließender Neubau günstiger. Doch an der Stelle wird vorerst kein Schulgebäude mehr gebraucht.
Anders in Humboldt-Gremberg. Sobald die Hauptschüler an der Hachenburger Straße ausgezogen sind, werden die Förderschüler aus der Martin-Köllen-Straße die Räume übernehmen. Damit spart sich die Verwaltung auch die bereits durchgeplante Sanierung der Kalker Förderschule sowie den dort geplanten Erweiterungsbau. Der wäre notwendig geworden, da die Kalker Förderschule, an der Jungen und Mädchen mit Lernschwierigkeiten unterrichtet werden, zum Beginn den kommenden Schuljahres mit der Ostheimer Förderschule an der Edisonstraße zusammengelegt wird. Beckmann: „Die Hachenburger Straße hat für die Förderschule eine gute Größe.“
Während der Sekundarbereich (ab Klasse 5) im Sommer 2011 nach Humboldt-Gremberg umzieht, sollen die unteren Klassen noch zweigleisig geführt werden. So verbleibt ein Teil der kleineren Schüler zunächst noch als „Außenstelle“ in Ostheim. Dort werden die Klassenräume allerdings mittelfristig zur Vergrößerung der beiden benachbarten Grundschulen an der Zehnthofstraße benötigt.
Mit den Neubauprojekten am Buchheimer Weg und an der Grevenstraße sowie der geplanten Neubausiedlung „Waldbadviertel“ am Langendahlweg ziehen zusätzliche Familien mit schulpflichtigen Kindern ins Viertel. Gleichzeitig setzt die Schulverwaltung auf einen Rückgang der Schülerzahlen bei den Förderschulen.
Viel zu klein
Schließlich hat der Stadtrat im Hinblick auf die UN-Konvention über die Rechte von behinderten Menschen schon beschlossen, zukünftig mehr Kinder mit Behinderungen in den „Normalschulen“ zu fördern. Beckmann: „Vielleicht werden so auf Dauer die Förderschulen ganz oder weitgehend überflüssig. Aber da gehen wir von einem Zeitraum von zehn bis 15 Jahren aus.“
Der Umzug der Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen an die Hachenburger Straße eröffnet allerdings auch wieder neue Möglichkeiten für die Förderschule „Der kleine Prinz“, in der Kinder und Jugendliche mit Erziehungsproblemen unterrichtet werden. Deren Schulgebäude an der Vietorstraße ist für Kinder und Lehrer längst zu klein geworden. Nun sollen, so Beckmann, alte Pläne wieder aus den Schublade hervorgeholt werden, in denen bereits ein Umzug dieser Schule ins Gebäude Martin-Köllen-Straße angedacht war. Der Wechsel scheint nun in einem Jahr möglich und soll durchgeplant werden.
„Das ist ganz im Sinne der Bezirksvertretung“, sagt Kalks Bezirksbürgermeister Markus Thiele. „Das hatten wir vor einigen Jahren schon einmal so beschlossen.“ Die neuen Konzepte des Schulamtes schienen den Bezirksvertretern einzuleuchten. „Das macht alles Sinn“, sagt Thiele. „Bleibt noch zu klären, was aus dem dann leer stehenden Gebäude wird.“
Während die Schulverwaltung überlegt, an der Vietorstraße Berufsschüler unterzubringen, kann sich Thiele das „Haus an der Schnittstelle zwischen dem alten und dem neuen Kalk rund um den Bürgerpark“ auch als Außenstelle des Bürgerhauses oder als Kinder- und Jugendeinrichtung vorstellen. An der Albermannstraße sei nach einem Abbruch der Schule der Neubau von Wohnungen möglich.
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