Von Birgit Lehmann, 02.07.10, 16:28h
Sportdezernent Jens Menzel legte dar, dass die Schließung der Becken unabdingbar sei. Rund 150 000 Euro könne die Stadt durch die Schließung einsparen. Zudem sei das Efferener Bad sanierungsbedürftig. Rund 175 000 Euro müssten für die Sanierung der Betonfassaden des Gebäudes ausgegeben werden. Anders in Fischenich, hier sei gerade erheblich investiert worden, das Bad sei in einem guten Zustand. Der Schwimmunterricht und auch das Vereinsschwimmen könne dann im Familienbad „De Bütt“ konzentriert werden. Das Schulschwimmen werde noch mit 193 Wochenstunden stattfinden, weit mehr als der Lehrplan mit 118 Wochenstunden vorsehe, die Vereine müssten mit 121 statt jetzt 167 Wochenstunden auskommen. Allerdings räumte der Dezernent ein, dass es in der Bütt „enger“ werde.
Doch Vereins- und Lehrervertreter zweifeln, ob das Konzept der Stadt überhaupt umsetzbar ist. In einer Stellungnahme lehnten alle Grundschulen die Schließung ab. Dass vier Klassen oder mehr und dazu die öffentlichen Badbesucher gemeinsam die Becken benutzten, hielten viele für undenkbar. Die Leiterin der Fischenicher Grundschule, Pasch, schilderte die Ängste vieler Kinder, überhaupt in das 30 Zentimeter tiefe Wasser des Fischenicher Lehrschwimmbeckens - es hat einen Hubboden - zu gehen. „Wie sollten diese Kinder ihre Ängste in dem wesentlich tieferen Nichtschwimmerbecken der Bütt überwinden?“ Die Bütt sei zudem unübersichtlich, was mehr Lehrerpersonal für die Beaufsichtigung der Kinder nötig mache. Ein geordneter Schwimmunterricht sei in der Bütt nicht möglich, Schulleiterin Pasch sprach von „Massenabfertigung“. Die Offenen Ganztagsschulen müssten künftig völlig auf das Schwimmen verzichten. Menzel regte an, dass Vereine in Privatinitiative die Lehrschwimmbecken betreiben könnten, wie dies auch in anderen Städten - etwa beim Kierdorfer Freibad - der Fall sein. Andreas Palm vom Schwimmclub Hürth, wandte ein, dass es Zeit brauche, Freiwillige zu finden.
Die Lehrschwimmbecken sollen nach derzeitigem Plan schon im Februar 2011 geschlossen werden. Auch seitens des TVA gab es Einwände. Es sei jetzt schon schwierig, Ehrenamtliche für die Vereinsarbeit zu finden. Auch Politiker hatten sich unter das Publikum gemischt. Frank Rock von der CDU befürchtet, dass die Bütt künftig weniger Einnahmen haben werde, wenn das Bad durch Schüler und Vereinsschwimmer blockiert sei. Er wies auch auf die organisatorischen Probleme hin, es dauere zu lange, bis die Schüler in der Bütt seien, oftmals würde die Klassenlehrer am Eingang noch kleinliche Diskussion führen müssen, wenn der Eintrittschip vergessen worden sei. Otto Winkelhag von der CDU erinnerte daran, dass es damals bei der Schließung des Alt-Hürther Schwimmbades geheißen habe, die Stadt habe ihr Limit an öffentlichen Schwimmflächen erreicht. Wenn jetzt über die Schließung der Lehrschwimmbecken entschieden werde, müsse vorher ein Gutachten gemacht werden.
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