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Musikschule

Übung in Gelassenheit

Von Jan Sting, 04.07.10, 17:31h

Der Nachwuchs hat beim Tag der offenen Tür in der Musikschule an vielen Stellen aufhorchen lassen. Im großen Saal an der Friedrich-Ebert-Straße zeigten die Instrumentalklassen ihr Können.

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Martin Erhardts Gamelan-Gruppe spielte auf Gongs in verschiedenen Größen und Tonhöhen, auf Trommeln und Glockenspielen. (Bild: Britta Berg)
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Martin Erhardts Gamelan-Gruppe spielte auf Gongs in verschiedenen Größen und Tonhöhen, auf Trommeln und Glockenspielen. (Bild: Britta Berg)
Wiesdorf - Sanft wummern die Gongs gegen den Gesang der Gruppe „Freak Exit“ an. Draußen ist Party angesagt, drinnen zeigt die Gamelan-Gruppe der Musikschule, dass sie ein elementares Kapitel ihres Klangexperiments verinnerlicht hat: Gelassenheit zu wahren. Immer montags zwischen 17 und 18 Uhr lehrt der Violin- und Gamelanpädagoge Martin Erhardt die Javanische Gamelanmusik. Beim Tag der offenen Tür gibt es am Samstag eine Kostprobe. Der Zugang zur Musik ist unkompliziert, die technischen Hürden nicht hoch. Allerdings fordert das Spiel Anmut. Wer sich durch Virtuosität in den Vordergrund spielen möchte, wird hier frustriert.

„Musik ohne Dirigenten und Noten kann so schön sein“, schwärmt Erhardt und wechselt zum Stück „Wilder Büffel“. Kein Ton klingt falsch, das Spiel gerät ins Trudeln, wieder in Fluss, und immer gibt es etwas Neues zu hören und zu entdecken.

Preisträger auf der Bühne

Tropische Klänge und Temperaturen bestimmen das größte Fest des Jahres in der Musikschule. Leider verirren sich an diesem Samstag nicht viele Zuhörer in den großen Saal, als die Instrumentalklassen unter der Moderation von Paul Terse das „Klassik-Podium“ präsentieren. Dabei lohnt es sich: Die Musikschule hat interessanten Nachwuchs, wie die Preise etwa bei „Jugend musiziert“ zeigen. Akkordeonist Andre Adamczyk wurde dort jüngst Bundessieger; auch Simone Droick hat sich Meriten verdient. Beide sitzen im Akkordeonorchester nebeneinander, das unter Ludovit Stranianek den Auftakt mit Piazolla macht.

Aron Torka schließt sich mit seinem kleinen Cello an. Er spielt erst seit eineinhalb Jahren und bekam beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ in seiner Altersklasse den ersten Preis. Eine lockere Bogenhand, ein satter Strich und sonorer Ton lassen aufhorchen. Der große Bruder Pascal Torka begleitet am Klavier und überzeugt auch mit Philomène Robinne an der Oboe. Sie interpretiert Ernst Kreneks Zwölftonmusik mit Bravour.

Staunen lässt auch das Klavierquintett mit Darlene Cohnen, Elena und Christoph Müller, Christian Brenzel und Uliana Gorodetska. Sie spielen das Scherzo aus Schostakowitschs Quintett Opus 57 und überzeugten damit schon beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“: Agil, farbenreich und kraftvoll ist das Zusammenspiel. Musikschulleiter Jürgen Ohrem macht am Samstag ein Versprechen, das im Publikum freudig aufgenommen wird: Unter dem Motto „Integrativ“ gibt es die Premiere des großen Konzerts von Musikern mit und ohne Behinderung. Bei der Premiere soll es nicht bleiben. Die Gruppe „Livin' Life“ aus dem Fachbereich Sonderpädagogik, in dem Menschen mit Behinderung Trommeln lernen oder Bass spielen, Akkordeon, Gitarre und Perkussionsinstrumente, ist dabei, das Jugendakkordeonorchester, die Klezmer-Gruppe und die Big-Band Blechreiz.



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