Von Norbert Ramme, 05.07.10, 15:28h, aktualisiert 05.07.10, 15:30h
Die gestiegene Nachfrage führen die Organisatoren von den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden auf die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zurück. „Die Eltern haben von Jahr zu Jahr weniger Geld, um wegzufahren“, hat der evangelische Pfarrer Jörg Wolke beobachtet. „Wir spüren hier ganz real, was ansonsten nur diskutiert wird: die zunehmende Kinderarmut.“ Viele Kinder, die auf das Feriengelände kommen, hätten weder Gummistiefel noch Regenjacken; oftmals nicht einmal vernünftige Badesachen. Da geht es so manchem Kind aus Höhenberg und Vingst ähnlich wie vielen Kindern in Afrika.
„Ja dieser Sommer ist ein Traum. Wir liegen unterm Mangobaum, sind dem Äquator ganz schon nah. Die Pflanzenwelt ist schön und bunt. Tropische Früchte sind gesund. Banane, Kokos, Papaya. Afrika - wir sind da“, heißt es im Mottolied, das sich Lis Horz ausgedacht hat. Die Melodie stammt vom Sommerhit aus Kenia des Vorjahres: „Jambo, Jambo Vijana“. Erstmals öffentlich gesungen wurde das Lied jetzt beim traditionellen Grillabend für alle ehrenamtlichen Helfer im Pfarrgarten hinter der evangelischen Erlöserkirche an der Burgstraße. Als Vorsänger betätigten sich neben Horz noch das komplette „Hövi-Land“-Organisationsteam. Dazu zählen neben Wolke und Burgmer noch Jugendleiterin Petra Kempe und Jugendstadtteilmanager Andreas Hildebrand. Und im Chor sangen die 92 jugendlichen Gruppenleiter (zwischen 15 und 25 Jahren) sowie 200 ehrenamtliche erwachsene Helfer. „Ich bin froh, dass ich hier mitmachen darf. Das ist ein gutes Mittel gegen die Langeweile im Alter“, sagt Marlies Kommos (78), die als älteste Helferin in der Küche mitarbeitet. Toni Schumacher und René Hilgers (beide 15) zählen zu den jüngsten und waren im Vorjahr noch als Kinder mit dabei. „So richtig hinter die Kulissen geguckt hatte ich bislang nicht, obwohl ich sieben Jahre Hövi-Kind war“, sagt Toni. René war dreimal dabei und freut sich auf die neue Aufgabe. „Wir haben im Vorfeld den Kurs zum Jugendleiter-Schein bestanden. Das macht sich sicher gut bei einer späteren Bewerbung.“
Nach einem ökumenischen Gottesdienst am 18. Juli (11 Uhr) verbringen die Pänz vom 19. Juli an drei Wochen lang (jeweils montags bis freitags) ihre Ferien auf dem Spielgelände im Wäldchen hinter dem Vingster Freibad. Bei den Kleineren sind die Gruppen nach Tieren benannt. Löwe, Giraffe und Elefant oder auch Geier, Ringelnatter und Erdmännchen. Die Neun- bis Zwölfjährigen heißen nach afrikanischen Musikinstrumenten (Banana Bell, Kalimba, Kalebassenrassel) und die Älteren tragen die Namen von Stämmen: San, Tuareg und Matabele.
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