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Käthe-Kollwitz-Schule

Rüpel ermahnen, Hitzköpfe beruhigen

Von Ana Ostric, 06.07.10, 17:53h, aktualisiert 06.07.10, 17:53h

An der Käthe-Kollwitz-Schule sind 17 Schüler zu Busbegleitern ausgebildet worden. In Rollenspielen wurden sie auf Situationen vorbereitet, bei denen sie Streit schlichten und Rüpel ermahnen müssen.

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Zu Busbegleitern ausgebildete Schüler sorgen für eine sicherere Busfahrt. (Archivbild: Ralf Krieger)
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Zu Busbegleitern ausgebildete Schüler sorgen für eine sicherere Busfahrt. (Archivbild: Ralf Krieger)
Rheindorf - Mit Busfahren kennt sich Medya Nas bestens aus. Schultag für Schultag ist die 16-Jährige mit dem Bus unterwegs, von Steinbüchel nach Rheindorf und nachmittags wieder zurück. Auf der 45-minütigen Fahrt sieht Medya so einiges, das ihr nicht gefällt. „Es gibt Schüler, die laut herumschreien, die Türen aufhalten, so dass der Bus nicht weiterfahren kann oder solche, die laut Musik hören“, erzählt die Schülerin der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule.

Wie aber eingreifen und andere Fahrgäste auf ihr Fehlverhalten hinweisen? Wie als Jugendlicher Gleichaltrigen begegnen, zwischen Streitenden vermitteln und gewaltträchtige Situationen im Bus entspannen? Medya und ihre Mitschüler wissen jetzt, was zu tun ist. Sie haben sich in den vergangenen drei Wochen zu Busbegleitern ausbilden lassen. Wupsi-Chef Marc Krewtkowski überreichte den 17 Acht- und Neuntklässler der Rheindorfer Gesamtschule jetzt ihre Ausweise. Neben der Kraftverkehr Wupper-Sieg AG (Wupsi) engagieren sich Verkehrswacht und Polizei in Leverkusen seit 2002 für die Ausbildung von Schulbusbegleitern.

„Es gibt Verkehrsunternehmen, die schicken Erwachsene als eine Art schwarze Sheriffs in Busse. Wir setzen auf Schulbusbegleiter, die im Kreise ihrer Mitschüler für Ruhe und Ordnung sorgen“, so Kretkowski. Er zollte den Schülern Respekt für ihren Mut und ihr Engagement. Neben der Käthe-Kollwitz- sind die Theodor-Heuss-, die Montanus-Realschule sowie die Gesamtschule Schlebusch bereits am „Fahr fair“-Projekt beteiligt. „Es gibt leider immer noch Schulen, die sich weigern, mitzumachen“, bedauerte der Wupsi-Vorstand.

In Rollenspielen wurden die 17 frisch ausgebildeten Schulbusbegleiter auf typische Situationen im Bus vorbereitet. „Wir sollen nicht provokant, sondern ganz nett auf die Leute zugehen“, erklärte Medya. Es sei wichtig, laut und deutlich zu sprechen, aber auch einen gewissen Abstand zu halten. Angst, ihr Wissen nun auch beim täglichen Busfahren anzuwenden, hätten sie nicht, betonten die Kollwitz-Schüler. Das Training mit Wupsi-Ausbilder Andreas Stein und einem Polizisten habe ihr Selbstbewusstsein gestärkt.

Egon Hufenstuhl, scheidender Geschäftsführer der Verkehrswacht Leverkusen, wies die Schüler auf einen weiteren Vorteil der Busbegleiterausbildung hin: „Das Zertifikat, das ihr von uns bekommt, wird euch auch bei Bewerbungen weiterhelfen.“



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