Von Christoph Seemann, 07.07.10, 22:47h
Sebastian Ruin macht „Singer / Songwriter-Musik im funkigen Gewand“, wie er seine Kunst selbst nennt. Bis es so weit kam, war es jedoch ein langer Weg. Bereits als Fünfjähriger ging es bei ihm mit der musikalischen Früherziehung los, die unter anderem in einer zwölfjährigen Cello-Ausbildung bestand. Auch das Klavier, den Bass und das Schlagzeug lernte Sebastian nach und nach beherrschen. Angenervt von der Steifheit klassischer Musik, wie er sie empfand, brachte er sich mit 14 Jahren selbst das Gitarrenspielen bei, und dann ging es auch bald mit dem Singen und Stückeschreiben los.
2001 erschien sein erstes, damals noch englischsprachiges Album: „Viele Leute haben meine englischen Texte bemängelt. Sie meinten, ich sei eben doch kein Engländer, und das höre man den Texten an. Deshalb habe ich vor einigen Jahren auf deutsche Texte umgesattelt, denn so kann ich besser mit Sprachspielereien arbeiten. Ich finde es auch schön, dass heutzutage so viele Bands auf Deutsch singen, wenn ich auch manchmal denke, das Niveau der Texte ist etwas niedrig“, meint der Musiker. Der studierte Soziologe verdient sein Geld hauptsächlich als Musiklehrer. Im April dieses Jahres erschien das aktuelle Album „Sebastian Ruin“, vollgepackt mit äußerst vielseitigen musikalischen Werken.
Denn den Songs hört man Sebastians umfangreiche musikalische Ausbildung deutlich an, obgleich er gerne ein wenig über sie spöttelt. In den Liedern wird fleißig mit verschiedensten Instrumenten, Rhythmen und akustischen Spielereien experimentiert. Der Eröffnungssong „Schöpfer, Penner, Held“ ist fröhlich, funky und schnell, untermalt von Bläsereinsätzen. Andere Songs sind eher groovig, doch auch leise Balladen, begleitet von Akustikgitarre und Streichern, sind auf der Platte zu finden. Selbst Reggae-Rhythmen untermalen einige Songs.
Ähnlich kreativ tönt Sebastians Stimme während der Lieder. Der Sänger scheut sich nicht davor, auch gewagte und teilweise beinahe artistische Wechsel in den Tonlagen zu vollführen: „Meine Stimme hat über die Jahre einen Wechsel durchgemacht. Ich habe immer versucht, mein eigenes Ding zu machen, ich wollte nie ein zweiter Soundso werden“, sagt Sebastian: „Meistens entstehen Text und Melodie gleichzeitig. Wenn ich zuerst ganz unabhängig eine Melodie schreibe, passt der Text darauf manchmal nicht. Normalerweise sind am Anfang die Message des Textes und ein paar Melodiefetzen da, und dann wird ausgetüftelt“, so der Kölner weiter.
Ergebnis dieser Tüftelei ist etwa folgende Textstelle aus dem Lied „Schöpfer, Penner, Held“: „Es tut ziemlich gut, mich zu befreien, / wahnsinnig gut, mein Held zu sein. / Ich hab's in der Hand, und das zählt. / Bin Schöpfer, bin Penner, bin Held.“ Clevere Texte sind das, die sich mit dem eigenen Ich wie auch mit der Gesellschaft, in der dieses Ich lebt, gleichermaßen auseinandersetzen. „Es ist lustig: Manche nennen das Lied den Schöpfersong, manche den Pennersong. Jeder identifiziert sich auf seine eigene Weise mit dem Lied, und das ist für den Hörer spannend“, freut sich Sebastian: „Manchmal sind die Texte eine Geburt des Moments, manchmal setze ich mich mit meiner Gitarre hin und denke nach. Ich beschränke mich beim Schreiben überhaupt nicht, schreibe über den Alltagstrott, die Gesellschaft und mein eigenes Leben. Vieles, was mich selbst beschäftigt, bleibt auch im privaten Songbüchlein. Das Schreiben ist eine Arbeit, die ich für mich selbst mache, das Auswählen aus dem Geschriebenen ist etwas, das ich für den Hörer tue.“
Doch trotz des teilweise durchaus ernsten Inhalts der Lieder wolle er sich und seinen Hörern die Stimmung niemals verderben, so Sebastian weiter: „Letztlich bin ich Optimist, die Kurve zum Guten kriegen ich und meine Songs immer. Deshalb schreibe ich bewusst zwischen den Zeilen und liebe die Vieldeutigkeiten. Ich sehe die kritischen Themen mit einem lachenden Auge. Die Message ist: Seid entspannt. Die Musik kann ein kleiner Beitrag zu einer Welt voller entspannter Menschen sein, aber sie soll dabei nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auftreten.“ Derzeit arbeitet Sebastian an einem weiteren Album, das wohl Mitte 2011 erscheinen wird. Außerdem stehen ab Herbst mehrere Konzerte in Köln, Duisburg und anderen Städten im Umland an.
Musiker, die vorgestellt werden möchten, wenden sich an den „Kölner Stadt-Anzeiger“, Telefonnummer: 2 24-23 23 / -22 97, E-Mail: KSTA-Stadtteile@mds.de, Anschrift: Amsterdamer Straße 192, 50735 Köln.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
Foto auf Leinwand günstig vom Testsieger
Werbeagentur Verzeichnis Köln Bonn
Werbeagentur / Internetagentur, Köln
Kfm. Umschulungen + Seminare in Köln
Holzspielzeug gesucht, gefunden, geliebt