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Verkehrsplanung

Grenzenlos gefährlich

Von Ulrike Süsser, 07.07.10, 15:03h

Kein Bordstein, keine Leitplanke: Passanten fühlen sich an der Straße „Am Feldrain“ nicht sicher. Selbst, wenn die Autofahrer sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten, ist es schon fast eine Mutprobe, an dem Straßenabschnitt entlangzugehen.

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Kein Bordstein und keine Leitplanke: Am Feldrain (Bild: Süsser)
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Kein Bordstein und keine Leitplanke: Am Feldrain (Bild: Süsser)
Sürth - Erst vor Kurzem baute die Polizei wieder einmal einen mobilen „Blitzer“ an der Straße „Am Feldrain“ im Abschnitt zwischen Hagebuttenweg und Schlehenweg auf. Die Kamera des Geräts wird häufig ausgelöst haben, denn das vorgeschriebene Tempo 30 hält kaum ein Autofahrer ein. Aber selbst bei vorschriftsmäßiger Geschwindigkeit ist es für Fußgänger und Radler schon fast eine Mutprobe, an dem Straßenabschnitt entlangzugehen. Die Bezirksvertretung forderte nun - erneut - eine Abgrenzung zwischen Rad- / Fußweg und der Straße. Schon vor zweieinhalb Jahren hatte sie einen solchen Antrag gestellt. Verbessert hat sich seitdem nichts.

Viel befahren ist der Feldrain in diesem Bereich, wo auch ein großer Discounter angesiedelt ist. An der östlichen Fahrbahnseite ist ein kombinierter Rad- und Fußweg aufgemalt. Der ist streckenweise extrem schmal und der Passant fühlt sich dem Autoverkehr schutzlos ausgeliefert. Ein Bordstein, der die Grenze zwischen Weg und Straße deutlich markieren würde, fehlt, ebenso wie eine schützende Leitplanke. Die gibt es bislang nur auf der gegenüberliegenden Seite der Straße. Sie soll verhindern, dass Autofahrer in das angrenzende freie Sürther Feld rasen, falls sie die Kurve nicht kriegen. Dass die Autofahrer auf den Rad- und Fußweg abkommen könnten und Personen gefährden, wird offenbar in Kauf genommen. Besonders gefährlich sind zudem die abrupten Kurven der Straße. Wer als Autolenker nicht aufpasst, fährt nicht die Schlenker entlang, sondern geradeaus. Dann aber landet er mit seinem Fahrzeug unfreiwillig auf dem Fuß- und Radweg. Die Anwohnerin Antje Blum geht regelmäßig „Am Feldrain“ entlang. Jedes Mal habe sie Angst, sagt sie. Schon seit Jahren wundere sie sich, dass so eine bedrohliche Verkehrssituation nicht entschärft wird.

Lieber auf dem Trampelpfad

Barbara Szyfka fährt dort oft mit dem Rad und ist auch froh, wenn sie diesen „völlig ungeregelten“ Abschnitt heil hinter sich gebracht hat. Eine junge Mutter schiebt ihren Kinderwagen lieber durch den Trampelpfad mitten durchs Gebüsch, weil sie sich auf dem Weg so nah an der Straße nicht sicher fühlt.

„Diese Stelle ist extrem gefährlich“, sagte Mike Homann, SPD, in der Bezirksvertretung. Auch er habe dort als Fußgänger „Angst um sein Leben“. Dringend und umgehend müsse eine Leitplanke oder eine andere Abgrenzung eingerichtet werden. Die SPD hatte einen entsprechenden Antrag eingebracht, der einstimmig verabschiedet wurde.

Besonders ärgerlich ist, dass die Stadtteilpolitiker schon vor zweieinhalb Jahren mehr Verkehrssicherheit gefordert hatten. Ursprünglich wurden die Kurven eingebaut, um die Autofahrer dazu zwingen, langsam zu fahren. „Wir können ja fünfmal die gleichen Anträge stellen und es passiert doch nichts“, sagte Monika Roß-Belkner, CDU, verärgert.

Klaus Neuenhöfer vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik wies darauf hin, dass die Straße umgestaltet werden soll, aber erst, wenn das Sürther Feld in diesem Abschnitt bebaut wird. „Das dauert noch viel zu lang“, wandte der Vorsitzende der Grünen Manfred Giesen ein und fand damit uneingeschränkte Zustimmung bei allen Bezirksvertretern. Ein Bordstein könne nicht aufgebracht werden, argumentierte Klaus Neuenhöfer, weil dann das Regenwasser nicht genügend abfließen könne. Die geforderte Errichtung einer Leitplanke wolle er prüfen, aber aufgrund der knappen Haushaltskasse der Stadt sei dies fraglich.



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