Von Lars Richter, 07.07.10, 23:42h
Fitness mit Michael Davis
Baeck (45) hat in den vergangenen Tagen in Köln ein Trainingscamp für junge deutsche Basketball-Profis organisiert, die ihre individuellen Schwächen beheben und ihre Stärken verfeinern wollen. Einige sind gekommen, weil sie demnächst eine wichtigere Rolle in ihren Klubs ausfüllen möchten. Andere befinden sich im erweiterten Kreis des Nationalteams und streben den Sprung in den Zwölfer-Kader von Bundestrainer Dirk Bauermann an, der zur Weltmeisterschaft in die Türkei reist (28. August bis 12. September). „Im Sommer haben die Jungs die einzige Chance, sich persönlich zu verbessern“, erklärt Baeck, „wenn die Saison läuft, bleibt dazu wegen mannschaftstaktischer Arbeit und der dichten Folge von Spielen ja kaum Zeit.“ Basisarbeit für die große Bühne also.
Es ist die erste Veranstaltung dieser Art, die der ehemalige Nationalspieler ausrichtet, seit er sich Anfang Februar selbständig gemacht hat. Mit seiner Agentur „Ballpark“ kümmert sich der Europameister von 1993 um Basketballprojekte, er betreut Talente und hilft, sie an Klubs zu vermitteln. Bei der Suche nach einem passenden Verein kommt ihm die Zusammenarbeit mit der vom ehemaligen Profi Patrick King geleiteten Spielervermittlungsagentur „ Pro One Sports“ zugute, die auch das zehntägige Camp in Köln unterstützt hat.
King (39) hat ein breites Spektrum an Spielern unter Vertrag, die für die Bundesligisten von Interesse sind. Insbesondere die jungen Einheimischen werden ab 2010 / 2011 stärker in den Fokus rücken, wenn laut Reglement von zehn auf dem Spielberichtsbogen vermerkten Akteuren mindestens vier Deutsche sein müssen. Bei zwölf Profis erhöht sich die Quote auf fünf. „Wir haben definitiv starke Leute, die eine gute Rolle in der BBL spielen können. Deswegen bin ich froh, dass ihnen die Liga auch eine bessere Perspektive bietet“, betont King.
Philipp Schwethelm (21) hat bereits in der abgelaufenen Saison beim Halbfinal-Teilnehmer Bremerhaven regelmäßig zur Startformation gehört. Den gleichen Status möchte er bald auch bei der DBB-Auswahl erlangen, doch er wird hart um seinen Platz kämpfen müssen. Deshalb hat er das Angebot angenommen, sich in der alten Heimat für die ersten Lehrgänge fit zu machen. Er hat sich ja auch darauf verlassen können, dass in Köln alles professionell zugeht, denn Baeck und Schwethelm kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit bei den 99ers. Der ehemalige Sportdirektor und Geschäftsführer Baeck hat den Hallenboden seines finanziell im Sommer 2009 kollabierten Ex-Klubs aus dem „Energy Dome“ am Girlitzweg ausgebaut und samt der Korbanlagen in die wenige Meter dahinter gelegene Tennishalle transferiert.
Für das Training mit den Centern ist im Camp der Veteran Michael Meeks (38) zuständig, der zuletzt mit Göttingen die Eurochallenge gewann. Um die kleineren Spieler kümmern sich Baeck und der frühere Assistenzcoach der 99ers, Admir Kulin. Alles geschieht in Abstimmung mit den Klubtrainern, Dirk Bauermann sowie DBB-Athletikcoach Markus Lindner. „Ich fühle mich besser und körperlich stärker“, versichert Schwethelm glaubhaft, da die Kölner Football-Legende Michael Davis (ehemals Cologne Crocodiles und Cologne Falcons) die Fitness-Arbeit übernommen hat. Dessen Schultern sind noch immer fast so breit wie sein auf 183 Zentimeter verteilter Körper hoch ist. Und der Schlachtruf zum Camp-Abschluss ist Programm: „Hard work.“ Harte Arbeit. Das haben auch die Artisten hinter dem Trennvorhang der Tennishalle gehört.
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