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Viertelfinale

Merkels teurer WM-Trip

Erstellt 02.07.10, 12:03h

Vom Erfolg der Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika will auch die kriselnde Kanzlerin profitieren. Mit einem gewaltigen Tross reist Angela Merkel zum Viertelfinale gegen Argentinien. Der Bund der Steuerzahler ist entsetzt.

Angela Merkel
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Angela Merkel guckt gerne Fußball. Am liebsten live vor Ort. (Bild: dpa)
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Angela Merkel guckt gerne Fußball. Am liebsten live vor Ort. (Bild: dpa)
PASSAU - Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, auf den Besuch des WM-Viertelfinal-Spiels der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Argentinien in Südafrika zu verzichten. "Ein solcher Flug in der momentanen Situation wäre ein völlig falsches Signal", sagte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Karl Heinz Däke, der "Passauer Neuen Presse" (Freitagausgabe). "Diese Reise ist ein Unding", sagte Däke, der auf die Probleme der Bundesregierung verwies und an das geplante Sparpaket erinnerte.

Eine Flugstunde mit einer Regierungsmaschine koste deutlich mehr als 10 000 Euro. "Es kann nicht sein, dass man für den Besuch eines Viertelfinales so mit Steuergeldern umgeht", sagte Däke. Eine solche Reise sei nur bei einem Endspiel gerechtfertigt. Merkel verspiele sich jetzt noch die letzten Sympathien.

Die Grünen sprachen sich ebenfalls gegen den WM-Trip der Kanzlerin aus und lehnten eine entsprechende Einladung mit überzeugender Argumentation ab. "Wir setzen auf Sieg und nicht auf ein Ausscheiden bereits im Viertelfinale, weshalb wir Ihre Einladung leider ablehnen müssen", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus einem Brief der Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin.

Bei der deutschen Botschaft in Südafrika brach nach der Ankündigung des hohen Besuchs Hektik aus. Denn Merkel reist mit einer 25-köpfige Delegation an, aber es gab bislang nur Karten für acht Gäste. Nach Informationen des "Kicker" haben Botschafter Dieter Haller und Ex-Schiedsrichter Walter Eschweiler daraufhin den Vize-Chef des Sportartikelherstellers Puma, Horst Widmann, gebeten, ihnen aus der misslichen Lage zu helfen. Inzwischen soll er die Karten besorgt haben. Laut "Kicker" sagte er: "Nicht einfach, aber für den Kanzlertross tut man alles."



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